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Zeitmanagement für Schüler: So planst du deine Lernzeit vor Prüfungen

Zeitmanagement für Schüler: So planst du deine Lernzeit vor Prüfungen

Zeitmanagement für Schüler heisst: Du trägst feste Lernblöcke in deinen Wochenplan ein, verteilst den Prüfungsstoff über mehrere Tage und fragst dich selbst ab, statt am Vorabend zu pauken. Dazu planst du Pausen und einen Puffer ein.

Zeitmanagement für Schüler in fünf Schritten: dein Wochenplan

Die Beratungsstelle der Berner Hochschulen beschreibt für die Prüfungsvorbereitung eine feste Reihenfolge. Die Stelle berät Studierende; für die Sek kannst du die Schritte mit kürzeren Blöcken übernehmen.

1. Klären, wie viel Zeit bleibt und was zuerst kommt

Schreib alle Prüfungsdaten auf, die in den nächsten Wochen anstehen. Zähl, wie viele Tage dir bis zu jeder Prüfung bleiben. Die Beratungsstelle rät, Aufgaben nach Dringlichkeit und Wichtigkeit zu ordnen. Unser Tipp: Plane rückwärts, vom Prüfungstag aus. Die nächste Prüfung kommt zuerst dran; liegen zwei in derselben Woche, fängst du mit dem Fach an, das dir schwerer fällt.

2. Fixtermine eintragen

Zuerst kommt in den Plan, was sich nicht verschieben lässt: Schule, Training, Musikstunde, Familientermine. Erst danach siehst du, wo echte Lücken sind.

3. Feste Lernblöcke reservieren

Trag die Lernzeiten wie Termine ein, zum Beispiel jeden Montag und Mittwoch nach dem Zvieri. Lern möglichst immer am selben Ort zur selben Zeit; mehr dazu in Lerntipp: Fester Ort, feste Zeit. Die Berner Beratungsstelle empfiehlt 50 Minuten Lernen und 10 Minuten Pause, nach drei Durchgängen eine längere Pause. Wenn dir 50 Minuten zu lang sind, nimm kürzere Blöcke wie bei der Pomodoro-Technik.

4. Störungen ausschalten

Unterbrechungen nennt die Beratungsstelle den „Produktivitätskiller Nr. 1“. Ihr Rat: Handy in den Flugmodus, Zeitrahmen mit einem Timer festlegen. Warum das Handy so stark ablenkt, steht in Handy weg, Kopf frei.

5. Puffer einbauen und weniger planen

Plane etwa 20 % Pufferzeit ein; die Berner Stelle nennt sie „Jokerzeit“. Nimm dir ausserdem weniger vor, als du zu schaffen glaubst. Fällt ein Block aus, rückt er in den Puffer, statt dass der ganze Plan kippt. Schau am Sonntag fünf Minuten zurück: Was hat geklappt, was verschiebst du?

Rechenbeispiel: drei Prüfungen in zwei Wochen

So kann ein Lernplan aussehen, wenn du in der 2. Sek am Donnerstag Französisch, am Dienstag darauf Mathe und am Freitag darauf Geschichte schreibst. Training ist am Dienstag und Donnerstag, Musik am Mittwoch. Der Plan beginnt am Donnerstag der Vorwoche. Das Beispiel ist ein Muster, keine Vorgabe: Fächer, Tage, Uhrzeiten und Inhalte sind ausgedacht, die Regeln dahinter stammen von der Berner Beratungsstelle und aus der Lernforschung.

TagFixterminLernzeitLernblock (je 50 Minuten plus 10 Minuten Pause)
Do, VorwocheTraining16.30–17.20Französisch: Wörter Teil 1 lernen und abfragen
Fr, Vorwoche–16.30–17.20Französisch: Grammatik-Regeln lernen, Übungen ohne Lösung machen, dann korrigieren
Sa, Vorwoche–10.00–11.50Französisch: Wörter Teil 2 lernen, Teil 1 nochmals abfragen · Mathe: Thema A üben, am Schluss zwei Aufgaben ohne Hilfe
So, Vorwoche–10.00–10.50Puffer
Mo, Woche 1–16.30–18.20Französisch: Grammatik-Regeln ohne Heft aufschreiben, neue Übungen ohne Lösung · Geschichte: Kapitel 1 lesen, Fragen dazu aufschreiben
Di, Woche 1Training16.30–17.20Französisch: alle Wörter abfragen lassen
Mi, Woche 1Musik16.30–17.20Puffer
Do, Woche 1Französisch-Prüfung, Training16.30–17.20Mathe: Thema B üben
Fr, Woche 1–16.30–18.20Mathe: Aufgaben zu Thema A ohne Hilfe lösen, Fehler notieren · Geschichte: Kapitel 2 lesen, Fragen dazu aufschreiben
Sa, Woche 1–10.00–11.50Mathe: Aufgaben zu Thema B ohne Lösung, Fehler notieren · Geschichte: Fragen zu Kapitel 1 und 2 ohne Heft beantworten
So, Woche 1–10.00–10.50Puffer
Mo, Woche 2–16.30–18.20Mathe: Probeprüfung zu A und B, Fehler nachrechnen · Geschichte: Kapitel 3 lesen, Fragen dazu aufschreiben
Di, Woche 2Mathe-Prüfung, Training16.30–17.20Geschichte: Fragen zu Kapitel 1 bis 3 ohne Heft beantworten
Mi, Woche 2Musik16.30–17.20Geschichte: Kapitel 1 bis 3 ohne Heft aufschreiben, Lücken nachlesen
Do, Woche 2Training16.30–17.20Puffer
Fr, Woche 2Geschichtsprüfung––

Die Rechnung dahinter: 16 Lernblöcke plus 4 Pufferblöcke ergeben 20 geplante Blöcke. 4 von 20 Blöcken sind Puffer, also ein Fünftel. Die 16 Lernblöcke zu je 50 Minuten sind zusammen 13 Stunden 20 Minuten Lernzeit, verteilt auf gut zwei Wochen statt auf drei Vorabende.

  • Jeder Stoffteil kommt an mindestens zwei verschiedenen Tagen dran. Mathe Thema A zum Beispiel am Samstag der Vorwoche, am Freitag der Woche 1 und nochmals am Montag darauf.
  • Die meisten Blöcke enden mit Abfragen, nicht mit Durchlesen.
  • Vor jeder Prüfung liegt ein Puffer, damit ein ausgefallener Block noch Platz findet.
  • An Tagen mit Training oder Musik steht höchstens ein Block, an freien Tagen höchstens zwei.

Für jede weitere Prüfung gilt dasselbe Muster.

Vorlage: dein eigener Lernplan

Schreib diese Tabelle ab oder kopiere sie in ein Dokument. Trag zuerst die Prüfungen und Fixtermine ein, dann die Lernblöcke, dann die Puffer.

TagFixterminLernblock: was genau?Abfragen: wie?Puffer
Montag
Dienstag
Mittwoch
Donnerstag
Freitag
Samstag
Sonntag

Welche Lernmethoden die Zeit wirklich wert sind

Gutes Zeitmanagement bringt wenig, wenn du die Lernblöcke mit Methoden füllst, die kaum wirken. Eine US-Übersichtsarbeit (Dunlosky und Kollegen, 2013) hat zehn verbreitete Lerntechniken verglichen. Nur zwei erhielten die beste Bewertung: sich selbst testen und verteilt lernen.

LerntechnikNutzen laut Übersichtsarbeit
Sich selbst testen (Karteikarten, alte Prüfungen, Stoff ohne Heft aufschreiben)hoch
Verteilt lernen (Stoff über mehrere Tage wiederholen)hoch
Zusammenfassenniedrig
Markieren und Unterstreichenniedrig
Wiederlesenniedrig

Quelle: Association for Psychological Science zu Dunlosky u.a., 2013

Eine Studie mit über 1'350 Teilnehmenden (Cepeda und Kollegen, 2008) zeigt: Wer etwas dauerhaft behalten will, muss es meist an mehreren Tagen lernen. Gelernt wurden dort Fakten. Der beste Abstand zwischen zwei Lerneinheiten hängt davon ab, wann geprüft wird. Bei einem Test eine Woche später lag er, in Tage umgerechnet, bei etwa anderthalb bis drei Tagen.

  • Statt das Heft dreimal durchzulesen: Heft zu, alles aufschreiben, was du noch weisst, dann vergleichen.
  • Statt den Text gelb anzumalen: Fragen an den Rand schreiben und später ohne Text beantworten.
  • Statt Fehler abzuhaken: Fehler aus Probetests sammeln und gezielt wiederholen, wie in Fehler notieren beschrieben.

Die Forschung stammt aus Nordamerika und wurde nicht speziell mit Schweizer Sek-Schülern gemacht.

Was tun, wenn du alles aufschiebst?

Aufschieben kann laut der Berner Beratungsstelle zu schlechtem Gewissen und Versagensangst führen. Diese Gefühle überdeckt man dann mit Ersatztätigkeiten wie den Schreibtisch aufräumen oder chatten. Die Beratungsstelle rät, die Aufgabe in möglichst kleine, konkrete nächste Schritte zu zerlegen. Für jeden Schritt legst du einen genauen Zeitpunkt, eine klare Dauer und einen Ort fest. Ausserdem empfiehlt sie, dir nicht zu viel vorzunehmen und dich für Fortschritte zu belohnen.

Zu grossKleiner, konkreter Schritt
„Für Geschichte lernen“„Montag, 16.30 Uhr, 25 Minuten, am Schreibtisch: Kapitel 1 lesen und 5 Fragen aufschreiben“
„Französisch-Wörter können“„Dienstag, 16.30 Uhr, 15 Minuten, in der Küche: Wörter Teil 1 abfragen lassen“
„Mathe üben“„Samstag, 10 Uhr, 50 Minuten, am Schreibtisch: Aufgaben 1 bis 8 zu Thema B ohne Lösung“

Der erste Schritt sollte so klein sein, dass du sofort anfangen kannst.

Bringt Zeitmanagement überhaupt etwas?

Eine internationale Meta-Analyse über 158 Studien mit 53'957 Teilnehmenden (Aeon, Faber und Panaccio, 2021) fand: Zeitmanagement hängt moderat mit besseren Leistungen in Schule und Studium zusammen. Etwas stärker hängt es mit Wohlbefinden zusammen, und Menschen mit gutem Zeitmanagement fühlen sich weniger belastet. Nicht jede der Studien kann Ursache und Wirkung trennen.

Belastung ist auch in der Schweiz ein Thema: In der HBSC-Erhebung 2022 fühlten sich 41 % der 15-Jährigen durch die Arbeit für die Schule einigermassen oder sehr gestresst, mehr als 2018.

Wenn du trotz Plan nicht vom Fleck kommst oder nicht weisst, wie du den Stoff in Portionen teilst, kann ein Lerncoaching helfen. Dort arbeitest du mit einer Fachperson an einem Plan, der zu deinem Stundenplan und deinen Hobbys passt, und an den Lerntechniken dazu. Ob das für dich sinnvoll ist, klärt ein Beratungsgespräch.

Wie viele Hausaufgaben sind erlaubt? Die Regel im Kanton Bern

Im Kanton Bern dürfen Hausaufgaben in der 7. bis 9. Klasse insgesamt höchstens 1 Stunde 30 Minuten pro Woche ausmachen (Lehrplan 21 Kanton Bern, Kap. 5.1.5). Von Freitag auf Montag, über Feiertage und über die Ferien dürfen keine aufgegeben werden, und Lehrpersonen können auch ganz darauf verzichten. Das ist eine Berner Regel, keine Schweizer Regel.

In Bern gilt zudem: Üben und Vertiefen im Hinblick auf Prüfungen gehört grundsätzlich zum Unterricht. Ob dein Lernen zu Hause für eine Prüfung zu den 90 Minuten zählt, regelt der Berner Lehrplan nicht ausdrücklich. In anderen Kantonen fragst du am besten deine Klassenlehrperson, welche Hausaufgabenregel an deiner Schule gilt.

Vorlagen und amtliche Grundlagen

Häufige Fragen

Häufige Fragen

Wie viele Stunden pro Tag soll ich in der Sek lernen?

Weder Zürich noch Bern nennen dafür eine amtliche Zahl. Die Berner Obergrenze für Hausaufgaben ist keine Lernzeit-Empfehlung; sie begrenzt nur, was Lehrpersonen aufgeben dürfen. Im Rechenbeispiel sind es für drei Prüfungen 16 Blöcke à 50 Minuten, an Schultagen meist ein bis zwei pro Tag.

Was, wenn die Prüfung schon in drei Tagen ist?

Verteil den Stoff auf diese drei Tage. Frag dich jeden Tag zuerst ab, was du schon kannst, und lern dann gezielt die Lücken. Halte am Vorabend der Prüfung einen Block frei, falls vorher etwas ausfällt.

Was, wenn ich nach dem Training zu müde bin?

Dann leg den Lernblock an Trainingstagen vor das Training oder plane dort nur einen kurzen Block. Die Beratungsstelle rät, beim Planen auf deinen persönlichen Tagesrhythmus zu achten: Zu welcher Tageszeit kannst du dich am besten konzentrieren?

Wie können meine Eltern helfen, ohne mich zu kontrollieren?

Bitte sie, dich abzufragen, statt deinen Plan zu prüfen: Wörter, Fragen zu einem Kapitel oder eine Probeprüfung. Den Plan machst du selbst. Der Zürcher Lehrplan erwartet, dass Schülerinnen und Schüler die Zeit einteilen und sich auf Lernkontrollen vorbereiten können.

Fokus Nachhilfe bietet ein Lerncoaching an, bei dem du Lernplan und Lerntechniken auf deinen Schulalltag abstimmst; der erste Schritt ist ein kostenloses Beratungsgespräch.

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