Arbeitsauftrag
Schreibe der Aargauer Zeitung einen Leserbrief, in dem du auf die im Artikel dargestellten Probleme eingehst, deine Meinung dazu formulierst und möglichst gut begründete Lösungen vorschlägst.
Setze einen passenden Titel.
Aargauer Zeitung, 3. Juni 2010
Wie viel «Reizstoff» in der Schule?
Freiämter Lehrkräfte und Schulleitungen setzen Grenzen und regeln Kleiderfragen im Gespräch
Zu freizügige Kleider gehören nicht in die Schule. Und Bomberstiefel auch nicht. Was andere Schulen bereits kennen, hat jetzt auch die Schulleitung von Niederwil: Regeln für das Tragen von Kleidern.
Eddy Schambron
Hotpants und Spaghettiträger-Shirts, die den BH sichtbar machen, sind an der Schule Niederwil auch an heissen Tagen nicht erwünscht. Das Bauchnabelpiercing soll genauso im Privatbereich bleiben wie der String-Tanga. «90 Prozent der Schülerinnen und Schüler betreffen die Kleiderregeln, die wir bekannt gemacht haben, gar nicht», stellt Doris Müller, Schulleiterin der Niederwiler Oberstufe, fest. Und die andern? «Natürlich haben ein paar gemotzt, als wir über die Richtlinien informiert haben», räumt Müller ein, «aber sie werden mit ihnen leben können.» Lehrkräften und Schulleitung geht es vor allem darum, die Jugendlichen für das Thema zu sensibilisieren. Sanktionen sind beim Verstoss keine vorgesehen. «Wir können das Anziehen eines grossen T-Shirts verlangen, aber in der Regel werden wir zuerst das Gespräch mit den Jugendlichen und allenfalls mit den Eltern suchen.»
Bomberstiefel inakzeptabel
Das macht beispielsweise auch die Oberstufe von Muri so. «Wir haben einen Abschnitt in der Hausordnung, wonach man normal gekleidet zur Schule kommen muss», erklärt Hubi Anderhub, Schulleiter Sek/Real Muri. Probleme mit aufreizender Kleidung sind selten: «Vereinzelt haben Lehrkräfte auch schon Mädchen darauf aufmerksam gemacht, dass sie eine Grenze überschritten haben.» Und dann sei das Thema normalerweise erledigt. Nicht akzeptiert würden auch Bomberschuhe oder Jacken mit rechtsradikalen Symbolen.
Signale bewusst machen
Auch an der Bremgarter Oberstufe wurde die Kleiderfrage im Rahmen des Leitbildes thematisiert. «Aber es gibt so viel Wichtigeres im Augenblick», führt Schulleiter Daniel Burg aus. Bei rund 1200 Schülerinnen und Schülern «sind es einzelne, bei denen man manchmal nicht weiss, ob sie jetzt einen kurzen Rock oder einen breiten Gurt tragen». Mit diesen wird in Bremgarten das Gespräch gesucht. «Dabei geht es auch um den grösseren Zusammenhang: Wir wollen den Schülerinnen und Schülern bewusst machen, was situationsgerechte Kleidung bedeutet, beispielsweise gerade im Hinblick auf die Lehrstellensuche, und welche Signale man mit Kleidern aussendet», macht Burg deutlich. Das klappt in der Regel gut.