Graduation cap
Fokus Nachhilfe

Gymiprüfung 2015 Aufsatz Kurzgymnasium

Die 4 Aufsatzthemen der Zentralen Aufnahmeprüfung (ZAP) 2015 fürs Kurzgymnasium im Kanton Zürich, im Wortlaut der Prüfung. Ein Thema wählen und schreiben, wie an der Prüfung.

Vier Themen zur Wahl: eine Betrachtung zum Verhältnis zum anderen Geschlecht, eine Geschichte über einen mutigen Menschen, ein Bericht über eine Woche ohne Smartphone und eine Stellungnahme zu einem Interview über die Bedeutung der Familie.

Die Handelsmittelschule (HMS) Zürich verwendet dieselbe Prüfung: Das ist auch eine alte HMS-Aufnahmeprüfung.

Quelle: Kanton Zürich, Bildungsdirektion. Original: Aufsatzthemen (PDF).

Ihr Kind bereitet sich auf die Gymiprüfung vor? Einzelunterricht mit fester Lehrperson: Kostenloses Beratungsgespräch →

Wähle eines der 4 Themen und schreibe deinen Text von Hand, in 90 Minuten wie an der Prüfung. Beim Planen hilft dir Fox.

PDF herunterladen
Kanton Zürich · Zentrale Aufnahmeprüfung 2015Kurzgymnasium · 2./3. Sek

Aufsatz

90 Minuten · 4 Themen

  • Wähle eines der vier Themen aus, und verfasse dazu einen Text.
  • Du hast dafür 90 Minuten Zeit.
  • Als Hilfsmittel darfst du ein Rechtschreibe-Wörterbuch benutzen.

Thema 1: Das andere Geschlecht

Beschreibe und erkläre dein Verhältnis zu Jugendlichen des anderen Geschlechts. Wie blickst du auf die Mädchen bzw. Jungen? Was interessiert dich an ihnen? Was fasziniert dich? Was befremdet dich? Was kannst du nur schwer verstehen?

Thema 2: Ein mutiger Mensch

Erzähle eine Geschichte, in der jemand Mut bewiesen hat. Mache in deinem Text auch deutlich, was Mut bedeutet.

Thema 3: Offline

Es ist Sonntagmittag. Am vorigen Montag hast du beschlossen, eine Woche lang auf dein Smartphone zu verzichten. Erkläre, wie es zu deinem Selbstversuch kam. Erzähle von einem besonderen Erlebnis während dieser Woche und von den Erfahrungen insgesamt, die du gemacht hast. Ziehe am Ende ein Fazit aus deinem Selbstversuch.

Thema 4: Was bedeutet Familie?

Lies das unten stehende Interview mit dem Philosophen Dieter Thomä. Wähle eine der vier Antworten des Befragten aus und nimm Stellung dazu. In deinem Text soll auch deutlich werden, welche Bedeutung deine Familie für dich hat.

Dieter Thomä ist Philosophieprofessor an der Universität St. Gallen und beschäftigt sich seit Jahren mit der Stellung der Familie in der Gesellschaft.

Im Gegensatz zu den Freunden kann man sich seine Familie nicht aussuchen. Streiten sich Kinder deshalb so oft mit ihren Eltern? Dass man nicht alles selbst bestimmen kann, ist gar nicht so schlecht. In der Familie muss ich nicht dauernd stark sein und mich ständig behaupten.

Augenblick mal. Jugendliche streiten sich doch ständig mit ihren Eltern über die Rollen in der Familie. Zum Beispiel darüber, ob man noch ein Kind ist, das sich alles sagen lassen muss. Es gibt zwei Seiten der Medaille. Auf der einen Seite ist da ein tiefes Gefühl von Verbundenheit. Wenn es einem richtig dreckig geht, gibt es wenige Beziehungen, die so verlässlich sind wie die familiären. Aber gerade weil man so vorbehaltlos bejaht wird, gibt es auch wieder furchtbare Enttäuschungen. Im Konfliktfall denkt man nämlich: Gerade die müssten mich doch verstehen.

Wie wichtig sind denn Reibereien in der Familie? Reibung erzeugt Wärme – eben Reibungswärme. Wenn man in der Schule oder am Arbeitsplatz Zoff hat, wird es kalt um einen herum, ungemütlich. Wenn es in der Familie Streit gibt, ist das oft ein Zeichen, dass keine Gleichgültigkeit herrscht. Da macht sich also jemand Gedanken um einen. Es gibt auch Familien, wo jeder macht, was er will. Die Eltern arbeiten den ganzen Tag, die Kinder backen sich eine Pizza auf. Das ist heikel, weil die Familie ihren Sinn und Zweck verliert.

Kann man es nicht auch tolerant nennen? Für mich ist das Toleranz aus Bequemlichkeit. Nach dem Motto: Ich lebe mein Leben, du deins. Das mag okay sein, wenn die Kinder 30 sind, aber davor sollte man die Beziehung nicht zu einer unter vielen machen, die so ähnlich ist wie eine Freundschaft.

Aus: Fluter, Nr. 49, Winter 2013/14, S. 4-6, bearbeitet.