Aufgabe 1: Aussagen zum Text prüfen
12 Punkte
Kreuze an, ob die Aussagen dem Text zufolge richtig oder falsch sind.
a) In der heutigen Zeit ist Schüchternheit verboten.
b) Der Text weist zahlreiche ironische Passagen auf.
c) Der Text legt nahe, dass eine schüchterne Person Vertrauenswürdigkeit und eine Sehnsucht nach Nähe ausdrückt.
d) Für die Autorin sind Zeugnisse und Zertifikate aussagekräftiger als ein selbstsicheres Auftreten.
e) Die Autorin ist der Ansicht, dass es ein charakterlicher Makel ist, seine Ängste und Zweifel zu zeigen.
f) Die Autorin sieht das Alleine-Sein als keinen Zustand an, den man unbedingt vermeiden sollte.
g) Die Autorin kritisiert den Leistungsdruck, dem Kinder in unserer Gesellschaft schon im frühen Alter ausgesetzt sind.
h) Die Autorin meint, dass Schüchterne heutzutage Angst machen, weil sie mögliche Mängel unserer Gesellschaft aufdecken könnten.
i) Die Autorin kritisiert, dass in unserer heutigen Gesellschaft auf die Unterschiedlichkeit der Menschen zu wenig Wert gelegt wird.
j) Die Autorin ist der Ansicht, dass man Schüchternheit unbedingt vermeiden sollte.
k) Traurigkeit und Verzweiflung sind für die Autorin keine erstrebenswerten Zustände.
l) Die Autorin stört sich an zu viel Selbstbewusstsein.
Lösung
Ergebnis: Richtig: b, c, d, f, g, h, i, l. Falsch: a, e, j, k.
- a) falsch: Die Autorin sagt, Schüchternheit scheine „so gut wie ausgerottet“ (Z. 9) und dürfe „nicht mehr vorkommen“ (Z. 40). Das ist ein gesellschaftlicher Druck, aber kein Verbot.
- b) richtig: Viele Sätze meinen das Gegenteil dessen, was sie sagen, z. B. „Selbstsicherheit ist Pflicht“ (Z. 16) oder die übertriebene Förderung der Kinder (Z. 26–29).
- c) richtig: Schüchterne sagen wortlos „Vertrau mir“ und „ich will dir nahe sein“ (Z. 2–4).
- d) richtig: Dass Selbstsicherheit Zeugnisse „überflüssig“ mache (Z. 14), stellt die Autorin ironisch dar. Selbstbewusstsein sei oft „grundlos“ (Z. 12).
- e) falsch: Sie empfiehlt im Gegenteil, von den Schüchternen Selbstzweifel abzuschauen (Z. 44–45).
- f) richtig: „Bloss nicht ... allein bleiben“ (Z. 21–22) ist ironisch gemeint; sie lobt die Fähigkeit, sich still in sich zurückzuziehen (Z. 47–48).
- g) richtig: Krabbelgruppe mit einem Jahr, ärztliche Untersuchung mit zwei Jahren (Z. 25–29) – das kritisiert sie.
- h) richtig: Schüchterne sind eine „Bedrohung“, weil man Angst vor der Macht des Zweifels hat (Z. 36–39).
- i) richtig: Alle sollen extrovertiert sein (Z. 10–11); wer anders ist, „macht sich verdächtig“ (Z. 23).
- j) falsch: Sie rät, „ein bisschen mehr Schüchternheit zu wagen“ (Z. 49–50).
- k) falsch: Sie spricht vom „Mut zur ... heilsamen Traurigkeit“ und zur Verzweiflung (Z. 45–46).
- l) richtig: Es lohne sich, „etwas weniger selbstbewusst zu agieren“ (Z. 49).