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Fokus Nachhilfe

Viren: Aufbau, Vermehrung und Immunabwehr

Ein Virus besteht nur aus Erbgut und einer Eiweisshülle und kann sich nur in fremden Zellen vermehren. Dein Immunsystem wehrt Viren in zwei Stufen ab: zuerst unspezifisch mit Fresszellen, dann gezielt mit Antikörpern und Killerzellen.

  • 2. Sek - 1. Jahr Gymnasium
  • Zyklus 3, Gymnasium
  • Lehrplan 21: NT.7.4.a
Zwei Jugendliche betrachten im Biologiezimmer staunend ein grosses, buntes Modell eines runden Virus mit kleinen Noppen auf der Oberfläche.
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Das musst du wissen

Erklärung

Ein Virus ist ein winziger Krankheitserreger aus Erbgut und Eiweisshülle. Es vermehrt sich nur in fremden . Du lernst, wie ein Virus gebaut ist, wie es sich vermehrt und wie dein Immunsystem es abwehrt.

So ist ein Virus gebaut

Innen liegt das Erbgut, der Bauplan für neue Viren. Es besteht aus oder RNA, einem nahen Verwandten der DNA, nie aus beiden. Darum herum liegt das Kapsid, eine Hülle aus Eiweissen.

Viele Viren, etwa das Grippevirus, haben aussen noch eine Virushülle aus Fett. Darin stecken Oberflächen-Eiweisse, mit denen das Virus an Zellen andockt.

MerkeJedes Virus: Erbgut (DNA oder RNA) plus Kapsid. Manche haben aussen noch eine Virushülle.

Wie klein sind Viren?

Die meisten Viren sind 20 bis 300 Nanometer gross. Ein Nanometer ist ein Millionstel Millimeter. Bakterien sind meist 1000 bis 5000 Nanometer gross, also zehn- bis hundertmal grösser.

Viren sieht man darum nicht im Lichtmikroskop der Schule, sondern nur im Elektronenmikroskop.

Kinderlähmungsvirus30Grippevirus100Darmbakterium2000rotes Blutkörperchen7500
Grössen in Nanometern: Kinderlähmungsvirus etwa 30, Grippevirus etwa 100, Darmbakterium etwa 2000, rotes Blutkörperchen etwa 7500.

Viren und Bakterien

Ein Virus ist keine Zelle. Es hat keinen Stoffwechsel und keine . Darum zählen die meisten Fachleute Viren nicht zu den Lebewesen.

Bakterien sind Lebewesen aus einer Zelle und teilen sich selbst. Ein Antibiotikum greift Teile der Bakterienzelle an, etwa die . Viren haben diese Teile nicht.

MerkeBakterien sind Lebewesen, Viren nicht. Antibiotika wirken nur gegen Bakterien.

So vermehrt sich ein Virus

Ein Virus braucht eine Wirtszelle:

  1. Anheften: Es dockt an passende Stellen der an.

  2. Eindringen: Sein Erbgut gelangt in die Zelle.

  3. Bauteile herstellen: Die Zelle kopiert das Erbgut und bildet Kapsid-Eiweisse.

  4. Zusammenbau: Neue Viren entstehen.

  5. Freisetzung: Sie verlassen die Zelle, behüllte mit einer Hülle aus Zellmembran.

MerkeAnheften, Eindringen, Bauteile herstellen, Zusammenbau, Freisetzung.

Die erste Schutzlinie

Die meisten Erreger kommen gar nicht in den Körper. Die Haut ist eine dichte Schutzschicht. Die Schleimhäute in Nase und Atemwegen fangen Erreger im Schleim, feine Härchen befördern ihn hinaus.

Die Magensäure tötet viele Erreger im Essen ab. Auch Speichel und Tränen schwemmen Erreger weg.

Die unspezifische Abwehr

Was trotzdem eindringt, trifft auf die unspezifische Abwehr. Sie ist angeboren und greift jeden Erreger gleich an. Fresszellen umfliessen die Erreger und verdauen sie.

Bei einer Entzündung fliesst mehr Blut mit Abwehrzellen hin: Die Stelle wird rot, warm und geschwollen. Fieber bremst viele Erreger.

MerkeUnspezifisch heisst: schnell, angeboren, gegen jeden Erreger gleich.

Die spezifische Abwehr

Jeder Erreger trägt typische Merkmale, die Antigene. Gegen sie richten sich die Lymphozyten. T-Helferzellen geben das Startsignal.

B-Lymphozyten bilden dann Antikörper: Y-förmige Eiweisse, die genau an ein Antigen binden und das Virus blockieren. T-Killerzellen töten Körperzellen, in denen sich Viren vermehren.

MerkeSpezifisch heisst: gezielt gegen ein Antigen, aber beim ersten Mal langsam, etwa eine bis zwei Wochen.

Gedächtniszellen und Impfung

Nach einer Infektion bleiben Gedächtniszellen. Kommt derselbe Erreger wieder, bildet die Abwehr schnell viele Antikörper: Du bist immun.

Bei der aktiven Impfung lernt der Körper abgeschwächte Erreger oder Teile davon kennen. Bei der passiven Impfung bekommst du fertige Antikörper.

MerkeAktive Impfung: Der Körper lernt selbst, Schutz lange. Passive Impfung: fertige Antikörper, Schutz sofort, aber kurz.

010203040506020406080100xy1. Kontakt2. Kontakt
Vereinfachte Antikörpermenge im Blut, Tage nach rechts: Nach dem 1. Kontakt steigt sie langsam und nur wenig an. Nach dem 2. Kontakt mit demselben Erreger steigt sie viel schneller und viel höher.
Immunabwehr und Viren (viren aufbau): Übersicht mit So ist ein Virus gebaut; Viren und Bakterien; So vermehrt sich ein Virus; Die unspezifische Abwehr; Die spezifische Abwehr.
Immunabwehr und Viren auf einen Blick: die wichtigsten Regeln.

Häufige Fehler

  • ✕Bei einer Grippe hilft ein Antibiotikum.

    ✓Die Grippe kommt von einem Virus. Antibiotika greifen Teile von Bakterien an, die Viren nicht haben. Gegen Viren helfen sie nicht.

  • ✕Viren sind besonders kleine Bakterien.

    ✓Viren sind keine Zellen und keine Lebewesen. Sie haben keinen Stoffwechsel und sind meist zehn- bis hundertmal kleiner als Bakterien.

  • ✕Antikörper fressen die Viren auf.

    ✓Antikörper binden an die Viren, blockieren sie und verklumpen sie. Gefressen werden die Viren von den Fresszellen.

  • ✕Nach der Impfung bin ich sofort geschützt.

    ✓Bei der aktiven Impfung muss der Körper erst Antikörper und Gedächtniszellen bilden. Das dauert einige Tage bis Wochen.

Begriffe zum Nachschlagen
Virus
Winziger Krankheitserreger aus Erbgut und Eiweisshülle, ohne eigenen Stoffwechsel. Er vermehrt sich nur in fremden Zellen.
DNA
Der Stoff, aus dem bei Lebewesen und vielen Viren das Erbgut besteht. Andere Viren haben stattdessen RNA.
Kapsid
Hülle aus Eiweissen, die das Erbgut eines Virus umschliesst.
Wirtszelle
Zelle, die ein Virus befällt und dazu bringt, neue Viren herzustellen.
Fresszelle
Weisses Blutkörperchen, das Erreger umfliesst und verdaut, egal welche.
Antigen
Typisches Merkmal an der Oberfläche eines Erregers, an dem das Immunsystem ihn erkennt.
Lymphozyt
Weisses Blutkörperchen der spezifischen Abwehr, zum Beispiel B-Lymphozyt, T-Helferzelle oder T-Killerzelle.
Antikörper
Y-förmiges Eiweiss, das genau an ein Antigen bindet und den Erreger so blockiert und markiert.
Gedächtniszelle
Lymphozyt, der nach einer Infektion oder Impfung lange bleibt und denselben Erreger beim nächsten Mal schnell erkennt.
Impfung
Schutz vor einer Krankheit: aktiv mit abgeschwächten Erregern oder Teilen davon, passiv mit fertigen Antikörpern.

Noch unsicher? Zuerst lernen:Zelle: Aufbau und Zellorganellen

So geht's

Beispiele Schritt für Schritt

Beispiel 1Virus oder Bakterium?

Ein Erreger ist etwa 100 Nanometer gross, hat keine Ribosomen und vermehrt sich nur in Zellen der Atemwege. Ist es ein Virus oder ein Bakterium? Begründe mit drei Merkmalen.

unbekannter Erreger100Darmbakterium2000
Grössenvergleich in Nanometern: der unbekannte Erreger etwa 100, ein Darmbakterium etwa 2000, also zwanzigmal grösser.
Lösung Schritt für Schritt
  1. Grösse: 100 Nanometer liegt im Bereich der Viren. Bakterien sind meist 1000 bis 5000 Nanometer gross.
  2. Ribosomen: Jede Bakterienzelle hat Ribosomen, um Eiweisse herzustellen. Ein Erreger ohne Ribosomen kann keine Zelle sein.
  3. Vermehrung: Bakterien teilen sich selbst. Wer sich nur in fremden Zellen vermehrt, braucht eine Wirtszelle, wie ein Virus.

Es ist ein Virus: Es ist viel kleiner als ein Bakterium, hat keine Ribosomen und vermehrt sich nur in einer Wirtszelle.

Beispiel 2Die Vermehrung ordnen

Bringe die Schritte in die richtige Reihenfolge: (A) Neue Viren entstehen aus den Teilen. (B) Das Virus bindet an die Zellmembran. (C) Die Zelle stellt Virus-Erbgut und Kapsid-Eiweisse her. (D) Die neuen Viren verlassen die Zelle. (E) Das Virus-Erbgut gelangt in die Zelle.

Lösung Schritt für Schritt
  1. Zuerst muss das Virus an der Zelle haften: B, Anheften.
  2. Erst danach kommt das Erbgut hinein: E, Eindringen.
  3. Die Zelle liest den Bauplan und stellt die Bauteile her: C.
  4. Aus den Bauteilen werden ganze Viren: A, Zusammenbau.
  5. Zum Schluss verlassen sie die Zelle: D, Freisetzung.

B, E, C, A, D: Anheften, Eindringen, Bauteile herstellen, Zusammenbau, Freisetzung.

Beispiel 3Ein Splitter beim Velo-Flicken

Ein Junge sitzt in einer Garage neben seinem Velo und zeigt dem Vater seinen Finger. Der Vater hält eine Pinzette bereit.

Elias flickt in der Garage in Luzern sein Velo und reisst sich einen Holzsplitter in den Finger. Am nächsten Tag ist die Stelle rot, warm, geschwollen und tut weh. Erkläre, was dort im Körper passiert und welche Abwehr das ist.

Lösung Schritt für Schritt
  1. Mit dem Splitter gelangen Bakterien durch die Haut, die erste Schutzlinie ist durchbrochen.
  2. Die Blutgefässe an der Stelle weiten sich. Mehr Blut fliesst hin: Die Stelle wird rot und warm.
  3. Flüssigkeit und Abwehrzellen treten ins Gewebe: Die Stelle schwillt an und schmerzt.
  4. Fresszellen umfliessen die Bakterien und verdauen sie, egal welche Art es ist. Das ist die unspezifische Abwehr.

Eine Entzündung: Mehr Blut bringt Fresszellen an die Stelle, die die eingedrungenen Bakterien fressen. Das ist die unspezifische Abwehr.

Beispiel 4Warum die Impfung schützt

Eine Ärztin klebt einem Mädchen in der Hausarztpraxis ein Pflaster auf den Oberarm. Durch das Fenster sieht man Berge.

Lea aus Chur ist gegen Masern geimpft. In ihrer Klasse erkrankt ein Kind an Masern, Lea steckt sich mit dem Virus an, wird aber nicht krank. Ihr Bruder ist nicht geimpft und bekommt die Masern. Erkläre den Unterschied mit der Antikörpermenge im Blut.

0510152020406080100xyAnsteckungLeaLeaBruderBruderBruder
Vereinfachte Antikörpermenge nach der Ansteckung, Tage nach rechts. Punkte «Lea» (geimpft): Sie steigt in wenigen Tagen steil an. Punkte «Bruder» (ungeimpft): Sie steigt erst nach über einer Woche und viel weniger hoch.
Lösung Schritt für Schritt
  1. Bei der Impfung hat Leas Körper abgeschwächte Masernviren kennengelernt und Gedächtniszellen gebildet.
  2. Bei der Ansteckung erkennen die Gedächtniszellen das Masernvirus sofort. In wenigen Tagen sind viele Antikörper im Blut.
  3. Die Antikörper blockieren die Viren, bevor sie sich stark vermehren. Lea merkt nichts.
  4. Der Körper des Bruders trifft das Virus zum ersten Mal. Die spezifische Abwehr braucht über eine Woche. In dieser Zeit vermehrt sich das Virus, und er wird krank.

Lea hat dank der Impfung Gedächtniszellen und bildet sofort viele Antikörper. Beim Bruder läuft die spezifische Abwehr zum ersten Mal an und kommt zu spät.

Jetzt du

Übungen mit Lösungen

Fang beim Einstieg an. Klapp die Lösung erst auf, wenn du selbst gerechnet hast. Steckst du fest, gibt Fox dir einen Tipp.

  1. 1

    Aus welchen zwei Teilen besteht jedes Virus?

    Lösung zeigen

    Ergebnis: Aus Erbgut (DNA oder RNA) und dem Kapsid, einer Hülle aus Eiweissen.

    1. Innen liegt das Erbgut, der Bauplan für neue Viren.
    2. Darum herum liegt das Kapsid aus Eiweissen. Die Virushülle haben nur manche Viren.
  2. 2

    Ein Grippevirus ist etwa 100 Nanometer gross, ein Darmbakterium etwa 2000 Nanometer. Wie viel Mal grösser ist das Bakterium?

    Lösung zeigen

    Ergebnis: Etwa 20-mal grösser.

    Grippevirus100Darmbakterium2000
    Grippevirus etwa 100 Nanometer, Darmbakterium etwa 2000 Nanometer: Das Bakterium ist zwanzigmal grösser.
    1. Teile die Grösse des Bakteriums durch die des Virus.
    2. ​2000:100=20
  3. 3

    Nenne drei Hindernisse, die Erreger am Eindringen in den Körper hindern.

    Lösung zeigen

    Ergebnis: Zum Beispiel Haut, Schleimhäute mit Schleim und feinen Härchen, Magensäure.

    1. Die Haut ist eine dichte Schicht nach aussen.
    2. Schleim in Nase und Atemwegen fängt Erreger, die Härchen befördern ihn hinaus.
    3. Die Magensäure tötet viele Erreger im Essen ab.
  4. 4

    Du hast eine Erkältung, die von Viren kommt. Hilft ein Antibiotikum? Begründe kurz.

    Lösung zeigen

    Ergebnis: Nein. Antibiotika wirken nur gegen Bakterien.

    1. Antibiotika greifen Teile der Bakterienzelle an, etwa die Zellwand.
    2. Viren haben keine Zellwand und überhaupt keine eigene Zelle. Das Antibiotikum findet nichts zum Angreifen.
  5. 5

    Welche Abwehrzellen greifen jeden Erreger sofort an, egal welcher es ist, und wie machen sie das?

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    Ergebnis: Die Fresszellen: Sie umfliessen die Erreger und verdauen sie.

    1. Gesucht ist die unspezifische Abwehr: schnell und gegen alle Erreger gleich.
    2. Ihre wichtigsten Zellen sind die Fresszellen.
  1. 6

    Warum kann ein Virus sich nicht allein vermehren, ein Bakterium aber schon?

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    Ergebnis: Dem Virus fehlen Stoffwechsel und Ribosomen. Es braucht dafür eine Wirtszelle. Das Bakterium ist selbst eine Zelle und teilt sich.

    1. Für neue Viren braucht es Energie und Eiweisse.
    2. Das Virus hat keinen Stoffwechsel und keine Ribosomen. Es lässt die Wirtszelle die Teile herstellen.
    3. Das Bakterium hat alles selbst und vermehrt sich durch Teilung.
  2. 7

    Erkläre den Unterschied zwischen unspezifischer und spezifischer Abwehr in zwei Sätzen.

    Lösung zeigen

    Ergebnis: Die unspezifische Abwehr ist angeboren, schnell und greift jeden Erreger gleich an. Die spezifische Abwehr richtet sich gezielt gegen ein bestimmtes Antigen und braucht beim ersten Kontakt etwa ein bis zwei Wochen.

    1. Unspezifisch: Fresszellen, Entzündung, Fieber, innert Minuten bis Stunden.
    2. Spezifisch: Lymphozyten, Antikörper, Killerzellen, genau passend zu einem Erreger, dafür langsamer beim ersten Mal.
  3. 8

    Was machen Antikörper mit einem Virus im Blut? Nenne zwei Wirkungen.

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    Ergebnis: Sie blockieren das Virus, sodass es nicht mehr an Zellen andocken kann, und sie verklumpen viele Viren, die dann von Fresszellen abgeräumt werden.

    1. Ein Antikörper bindet genau an ein Antigen des Virus.
    2. Ein besetztes Virus kann nicht mehr an die Wirtszelle anheften.
    3. Ein Antikörper hat zwei Bindestellen und verbindet so mehrere Viren. Die Klumpen fressen die Fresszellen.
  4. 9

    Vergleiche aktive und passive Impfung: Was bekommt man gespritzt, wie schnell wirkt der Schutz und wie lange hält er?

    Lösung zeigen

    Ergebnis: Aktiv: abgeschwächte oder abgetötete Erreger oder Teile davon; Schutz nach einigen Tagen bis Wochen, hält lange. Passiv: fertige Antikörper; Schutz sofort, hält nur Wochen bis Monate.

    1. Bei der aktiven Impfung bildet der Körper selbst Antikörper und Gedächtniszellen. Das braucht Zeit, bleibt aber.
    2. Bei der passiven Impfung sind die Antikörper schon fertig. Der Körper baut sie ab, Gedächtniszellen entstehen keine.
  5. 10

    Antikörper schwimmen im Blut. Warum braucht der Körper zusätzlich T-Killerzellen gegen Viren?

    Lösung zeigen

    Ergebnis: Viren, die schon in einer Körperzelle stecken, erreichen Antikörper nicht. T-Killerzellen töten diese befallenen Zellen ab.

    1. Antikörper wirken nur auf Viren ausserhalb der Zellen.
    2. In der Wirtszelle vermehrt sich das Virus geschützt.
    3. Die T-Killerzelle erkennt die befallene Zelle und tötet sie, bevor neue Viren frei werden.
  1. 11

    Stark vereinfacht: Ein Virus befällt eine Zelle, daraus kommen 100 neue Viren. Jedes befällt wieder eine Zelle, aus der wieder 100 Viren kommen. Wie viele Viren sind es nach der dritten Runde?

    Lösung zeigen

    Ergebnis: 1'000'000 Viren.

    1. Runde 1: 1·100=100 Viren.
    2. Runde 2: 100·100=10'000 Viren.
    3. Runde 3: 10'000·100=1'000'000 Viren. So schnell kann eine Infektion wachsen.
  2. 12

    Das HI-Virus befällt und zerstört vor allem T-Helferzellen. Erkläre, warum dadurch die ganze spezifische Abwehr schwach wird.

    Lösung zeigen

    Ergebnis: Die T-Helferzellen geben das Startsignal für B-Lymphozyten und T-Killerzellen. Fehlen sie, werden kaum noch Antikörper und Killerzellen gebildet.

    1. Fresszellen zeigen Bruchstücke der Erreger den T-Helferzellen.
    2. Erst die T-Helferzellen aktivieren B-Lymphozyten und T-Killerzellen.
    3. Ohne genug T-Helferzellen bleibt die spezifische Abwehr aus. Auch harmlose Erreger können dann gefährlich werden.
  3. 13

    Gegen Masern reicht eine Impfung in der Kindheit für lange Zeit. Die Grippeimpfung wird aber jedes Jahr neu empfohlen. Warum?

    Lösung zeigen

    Ergebnis: Das Grippevirus verändert seine Oberflächen-Eiweisse laufend. Die Gedächtniszellen vom Vorjahr erkennen die neue Form nicht mehr gut.

    1. Gedächtniszellen erkennen ein ganz bestimmtes Antigen.
    2. Beim Grippevirus ändern sich die Antigene von Jahr zu Jahr.
    3. Darum wird der Impfstoff jedes Jahr an die neuen Formen angepasst. Das Masernvirus verändert sich kaum.
  4. 14

    Seife und Händedesinfektion zerstören Grippeviren leicht. Noroviren, die Brechdurchfall auslösen, überstehen viele Desinfektionsmittel. Erkläre den Unterschied mit dem Aufbau der Viren.

    Lösung zeigen

    Ergebnis: Grippeviren haben eine Virushülle aus Fett, die Seife und Alkohol auflösen. Noroviren haben keine Virushülle, nur ein festes Kapsid aus Eiweissen.

    1. Ohne ihre Virushülle können behüllte Viren nicht mehr an Zellen anheften.
    2. Seife und Alkohol lösen Fette auf und zerstören so die Hülle.
    3. Unbehüllten Viren fehlt dieser Angriffspunkt. Gegen sie wirkt gründliches Händewaschen trotzdem, weil es sie wegspült.
  5. 15

    Ein Neugeborenes bekommt Antikörper der Mutter mit. Sie schützen es in den ersten Monaten, danach nicht mehr. Welche Art Schutz ist das, und warum hält er nicht?

    Lösung zeigen

    Ergebnis: Ein passiver Schutz: Die Antikörper sind fertig mitgegeben. Sie werden abgebaut, und das Baby hat keine eigenen Gedächtniszellen dafür.

    1. Das Baby hat die Antikörper nicht selbst gebildet, darum passiv.
    2. Fertige Antikörper baut der Körper mit der Zeit ab.
    3. Ohne Gedächtniszellen kann der Körper sie nicht nachbilden. Darum braucht das Kind später eigene Impfungen.

Bringst du Antigene, Antikörper und Lymphozyten durcheinander, geht eine Lehrperson die Abwehr mit dir Schritt für Schritt durch, bis du sie selbst erklären kannst. Biologie-Nachhilfe für die Sek und das Gymnasium

Üben ohne Ende

Trainer: Immunabwehr und Viren

So funktioniert der Trainer

Immer neue Fragen zum Anklicken, mit kurzer Erklärung nach jeder Antwort. Stufe 1 übt den Aufbau der Viren und die Begriffe, Stufe 2 die Abwehr Schritt für Schritt, Stufe 3 Impfung und Anwendungen.

Wie heisst die Zelle, in der sich ein Virus vermehrt?

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Für Eltern und Lehrpersonen

Lehrplan 21

Typische Klasse
2. Sek - 1. Jahr Gymnasium
Stufe
Zyklus 3, Gymnasium
Fach
Biologie

In der 2. oder 3. Sek im Fach Natur und Technik beim Thema Gesundheit, im 1. Jahr Gymnasium genauer mit Lymphozyten, Antigenen und dem Vermehrungszyklus der Viren.

  • NT.7.4.aViren, Bakterien und Pilze als Krankheitserreger unterscheiden und erklären, wie das Immunsystem grundsätzlich auf einen Erreger reagiert.
  • NT.7.4.bMit Händewaschen, Impfung und Schonung sinnvoll vorbeugen und auf häufige Krankheiten wie die Grippe reagieren.

Codes nach dem Lehrplan 21 der Deutschschweiz, Umschreibung in eigenen Worten. Wann genau das Thema drankommt, legt das Lehrmittel der Schule fest. Alle Themen nach Lehrplan 21

Gut zu wissen

Häufige Fragen

In welcher Klasse lernt man Viren und das Immunsystem?

Meist in der 2. oder 3. Sek im Fach Natur und Technik beim Thema Gesundheit. Im Gymnasium kommt es im 1. Jahr oder später genauer dran, mit Lymphozyten, Antigenen und dem Vermehrungszyklus.

Sind Viren Lebewesen?

Die meisten Fachleute sagen nein. Viren haben keinen Stoffwechsel, keine Zelle und vermehren sich nur in fremden Zellen. Weil sie aber Erbgut haben und sich in Zellen vermehren, stehen sie an der Grenze zum Leben.

Warum gibt der Arzt bei einer Grippe kein Antibiotikum?

Die Grippe kommt von einem Virus. Antibiotika greifen Teile von Bakterien an, die Viren nicht haben. Gegen Viren gibt es eigene Mittel, meist hilft aber vor allem Ruhe, bis die Abwehr das Virus besiegt hat.

Was ist der Unterschied zwischen unspezifischer und spezifischer Abwehr?

Die unspezifische Abwehr ist angeboren, wirkt sofort und gegen jeden Erreger gleich, etwa mit Fresszellen und Fieber. Die spezifische Abwehr bildet passende Antikörper und Killerzellen gegen einen bestimmten Erreger und merkt ihn sich mit Gedächtniszellen.

Stand 08.11.2026. Alle Erklärungen und Aufgaben hat Fokus Nachhilfe selbst geschrieben, nach dem Lehrplan 21 der Deutschschweiz. Trainer und Lösungen rechnet ein Programm, nicht eine KI. Fehler gefunden?