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Fokus Nachhilfe

Aktionspotential und Ruhepotential der Nervenzelle

Ein Aktionspotential ist ein kurzer elektrischer Impuls, mit dem Nervenzellen Signale weiterleiten. Dabei strömen zuerst Natrium-Ionen in die Zelle und danach Kalium-Ionen hinaus.

  • 2. Jahr Gymnasium - 3. Jahr Gymnasium
  • Gymnasium
Zwei Gymnasiasten lernen an einem Pult im Biologiezimmer. Das Mädchen zeigt im offenen Buch auf das grosse Bild einer verzweigten Nervenzelle.
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Das musst du wissen

Erklärung

Ein Aktionspotential ist ein kurzer elektrischer Impuls an der Membran einer Nervenzelle. Für etwa eine Millisekunde wird das Innere positiv. Du lernst die Phasen der Messkurve und wie das Signal zur nächsten Zelle läuft.

Bau der Nervenzelle

Eine Nervenzelle (Neuron) nimmt Signale über ihre verzweigten Dendriten auf. Der Zellkörper sammelt sie. Am Axonhügel entsteht das Aktionspotential.

Das lange Axon leitet es weiter, oft umhüllt von einer Myelinscheide. An den Endknöpfchen gibt die Zelle das Signal über eine Synapse an die nächste Zelle weiter.

Das Ruhepotential

In Ruhe ist das Zellinnere gegenüber aussen negativ, etwa −70 mV: das Ruhepotential. Innen gibt es rund 30-mal mehr Kalium-Ionen (K⁺) als aussen, aussen zehnmal mehr Natrium-Ionen (Na⁺).

Die Membran lässt in Ruhe fast nur K⁺ durch. K⁺ strömt hinaus, negative Eiweisse bleiben drinnen. Etwas Na⁺ sickert ein, darum sind es −70 mV statt −90 mV.

MerkeRuhepotential: innen negativ, etwa −70 mV, weil K⁺ nach aussen strömt.

K⁺ innen140K⁺ aussen5Na⁺ innen12Na⁺ aussen145
Typische Konzentrationen in Millimol pro Liter: Kalium-Ionen innen 140 und aussen 5, Natrium-Ionen innen 12 und aussen 145.

Die Natrium-Kalium-Pumpe

Die Natrium-Kalium-Pumpe ist ein Eiweiss in der Membran. Sie braucht Energie aus , dem Energieträger der Zelle.

Pro Durchgang befördert sie 3 Na⁺ hinaus und 2 K⁺ hinein. So bleiben die Unterschiede zwischen innen und aussen erhalten.

MerkeDie Pumpe hält die Ionen-Unterschiede aufrecht. Das Aktionspotential selbst machen die Ionenkanäle.

Der Anstieg: Schwellenwert und Depolarisation

Ein Reiz macht die Spannung am Axonhügel weniger negativ. Ab dem Schwellenwert von etwa −50 mV öffnen spannungsgesteuerte Na⁺-Kanäle. Na⁺ strömt ein, das Innere wird bis +30 mV positiv: Depolarisation.

Unter der Schwelle passiert nichts. Zwei schwache Reize kurz nacheinander addieren sich und können die Schwelle erreichen: zeitliche Summation.

MerkeAlles oder nichts: Über der Schwelle ist jedes Aktionspotential gleich hoch, unter der Schwelle gibt es keines.

00.511.52-50xyRuhepotentialSchwellenwertSpitze
Nur der Anstieg eines Aktionspotentials, Zeit in Millisekunden nach rechts, Spannung in Millivolt nach oben: Ein Reiz hebt die Spannung vom Ruhepotential bei −70 mV bis zum Schwellenwert bei −50 mV, dann steigt sie steil zur Spitze bei +30 mV.

Der Abstieg: Repolarisation und Hyperpolarisation

Nach weniger als einer Millisekunde schliessen die Na⁺-Kanäle. Jetzt öffnen sich spannungsgesteuerte K⁺-Kanäle. K⁺ strömt hinaus, die Spannung sinkt: Repolarisation.

Die K⁺-Kanäle schliessen langsam. Darum sinkt die Spannung kurz unter das Ruhepotential, etwa auf −80 mV: Hyperpolarisation. Danach ist das Ruhepotential wieder erreicht.

Refraktärzeit und Reizstärke

Direkt nach einem Aktionspotential sind die Na⁺-Kanäle kurz blockiert. In dieser Refraktärzeit löst auch ein starker Reiz kein neues aus (absolut), kurz danach nur ein stärkerer Reiz (relativ).

Ein starker Reiz macht kein höheres Aktionspotential, sondern mehr davon pro Sekunde.

MerkeDie Reizstärke steckt in der Zahl der Aktionspotentiale pro Sekunde, nicht in ihrer Höhe.

Weiterleitung am Axon

Das Aktionspotential bringt die Nachbarstelle über die Schwelle, dort entsteht ein neues. Zurück läuft es nicht, denn die Stelle dahinter ist noch refraktär.

Ohne Myelinscheide läuft das Signal Stück für Stück (kontinuierlich), bei dünnen Axonen rund 1 m/s. Mit Myelinscheide springt es von Schnürring zu Schnürring (saltatorisch), bis etwa 100 m/s.

Die Synapse

Am Endknöpfchen öffnet das Aktionspotential Ca²⁺-Kanäle. Ca²⁺ strömt ein, Bläschen geben einen Neurotransmitter wie Acetylcholin in den synaptischen Spalt ab.

Er öffnet Ionenkanäle der nächsten Zelle. Eine erregende Synapse depolarisiert sie, eine hemmende nicht. Acetylcholin baut danach ein ab, andere Botenstoffe werden wieder aufgenommen.

MerkeAn der Synapse wird das elektrische Signal chemisch weitergegeben und in der nächsten Zelle wieder elektrisch.

Nervenzelle und Aktionspotential: Übersicht mit Das Ruhepotential; Die Natrium-Kalium-Pumpe; Der Anstieg: Schwellenwert und Depolarisation; Refraktärzeit und Reizstärke.
Nervenzelle und Aktionspotential auf einen Blick: die wichtigsten Regeln.

Häufige Fehler

  • ✕Im Ruhepotential ist die Nervenzelle innen positiv.

    ✓Innen ist sie negativ, etwa −70 mV gegenüber aussen. Positiv wird das Innere nur kurz während des Aktionspotentials.

  • ✕Ein stärkerer Reiz macht ein höheres Aktionspotential.

    ✓Jedes Aktionspotential ist gleich hoch (Alles-oder-nichts). Ein stärkerer Reiz löst mehr Aktionspotentiale pro Sekunde aus.

  • ✕Bei der Repolarisation strömt das Na⁺ wieder hinaus.

    ✓Bei der Repolarisation strömt K⁺ hinaus. Das eingeströmte Na⁺ bringt später die Natrium-Kalium-Pumpe hinaus.

  • ✕Die Natrium-Kalium-Pumpe erzeugt das Aktionspotential.

    ✓Das Aktionspotential entsteht durch spannungsgesteuerte Na⁺- und K⁺-Kanäle. Die Pumpe hält nur die Ionen-Unterschiede auf Dauer aufrecht.

Begriffe zum Nachschlagen
Dendrit
Kurzer, verzweigter Fortsatz der Nervenzelle, der Signale anderer Zellen aufnimmt.
Axon
Langer Fortsatz, der das Aktionspotential vom Zellkörper zu den Endknöpfchen leitet.
Myelinscheide
Fettreiche Hülle um das Axon mit kleinen Lücken, den Schnürringen. Sie macht die Weiterleitung schneller.
Ruhepotential
Spannung an der Membran in Ruhe, etwa −70 mV, innen negativ.
Aktionspotential
Kurze Umkehr der Membranspannung, etwa von −70 mV auf +30 mV und zurück, in rund einer Millisekunde.
Schwellenwert
Spannung von etwa −50 mV, ab der ein Aktionspotential ausgelöst wird.
Depolarisation
Die Membranspannung wird weniger negativ oder positiv, weil Na⁺ einströmt.
Refraktärzeit
Zeit nach einem Aktionspotential, in der kein neues (absolut) oder nur mit stärkerem Reiz ein neues (relativ) entsteht.
Synapse
Kontaktstelle zwischen Nervenzelle und nächster Zelle, an der ein Botenstoff das Signal überträgt.
Neurotransmitter
Botenstoff, den die Nervenzelle an der Synapse ausschüttet, zum Beispiel Acetylcholin.

Noch unsicher? Zuerst lernen:Zelle: Aufbau und ZellorganellenOsmose, Diffusion und Biomembran

So geht's

Beispiele Schritt für Schritt

Beispiel 1Wie das Ruhepotential entsteht

Erkläre in drei Schritten, warum das Innere einer ruhenden Nervenzelle etwa −70 mV negativ ist.

Lösung Schritt für Schritt
  1. Die Ionen sind ungleich verteilt: innen viel K⁺, aussen viel Na⁺. Die Natrium-Kalium-Pumpe hält diesen Unterschied aufrecht.
  2. In Ruhe sind fast nur K⁺-Kanäle offen. K⁺ strömt deshalb aus der Zelle hinaus, vom Ort mit viel K⁺ zum Ort mit wenig.
  3. Mit jedem K⁺ verlässt eine positive Ladung die Zelle, die negativen Eiweisse bleiben drinnen. Das Innere wird negativ und zieht K⁺ wieder an. Für K⁺ allein hielten sich beide Kräfte bei etwa −90 mV die Waage. Weil ständig ein wenig Na⁺ einsickert, stellt sich die Spannung bei etwa −70 mV ein.

Das Ruhepotential entsteht, weil K⁺ nach aussen strömt und negative Ladung innen zurückbleibt, bis die elektrische Anziehung den Ausstrom bremst.

Beispiel 2Phasen einer Messkurve

An einem Axon misst du nacheinander: −70 mV, −50 mV, +30 mV, −80 mV und wieder −70 mV. Benenne die Phasen und den Ionenstrom dazwischen.

0123456-50xyRuhepotentialSchwellenwertDepolarisationSpitzeRepolarisationHyperpolarisation
Die ganze Messkurve mit ihren Phasen, Zeit in Millisekunden nach rechts, Spannung in Millivolt nach oben: Ruhepotential bei −70 mV, Schwellenwert bei −50 mV, Depolarisation bis +30 mV, Repolarisation, Hyperpolarisation bis −80 mV und zurück zur Ruhe.
Lösung Schritt für Schritt
  1. −70 mV: Ruhepotential. Fast nur K⁺-Kanäle sind offen.
  2. −70 mV bis −50 mV: Ein Reiz bringt die Spannung bis zum Schwellenwert.
  3. −50 mV bis +30 mV: Depolarisation. Spannungsgesteuerte Na⁺-Kanäle öffnen, Na⁺ strömt ein.
  4. +30 mV bis −80 mV: Na⁺-Kanäle schliessen, K⁺-Kanäle öffnen, K⁺ strömt aus. Erst Repolarisation, dann Hyperpolarisation unter das Ruhepotential.
  5. Zurück auf −70 mV: Die K⁺-Kanäle schliessen, das Ruhepotential ist wieder erreicht.

Ruhepotential, Reiz bis zur Schwelle, Depolarisation (Na⁺ strömt ein), Repolarisation und Hyperpolarisation (K⁺ strömt aus), wieder Ruhepotential.

Beispiel 3Bremsen auf dem Velo

Eine Jugendliche bremst auf dem Velo in einer Altstadtgasse, vor ihr rollt ein Ball über die Strasse.

Lea fährt in Winterthur Velo. Plötzlich rollt ein Ball auf die Strasse, sie bremst. Das Signal vom Rückenmark zu den Muskeln der Hand läuft dabei etwa 1 m weit. Wie lange braucht es auf einem Axon mit Myelinscheide (100 m/s)? Und wie lange auf einem dünnen Axon ohne Myelinscheide (1 m/s)?

Lösung Schritt für Schritt
  1. Zeit ist Weg durch Geschwindigkeit.t=sv
  2. Mit Myelinscheide:
  3. Ohne Myelinscheide:
  4. Die ganze Reaktionszeit ist länger, weil auch Auge, Gehirn und Synapsen Zeit brauchen. Ohne Myelinscheide käme aber allein dieses Signal viel zu spät.

Mit Myelinscheide braucht das Signal etwa 10 ms, ohne etwa 1 s, also hundertmal länger.

Beispiel 4Spritze bei der Zahnärztin

Ein Jugendlicher sitzt entspannt auf dem Behandlungsstuhl einer Zahnarztpraxis und zeigt der Zahnärztin den Daumen nach oben.

Noah bekommt bei der Zahnärztin in Luzern eine Spritze. Danach spürt er beim Bohren keinen Schmerz. Das Mittel blockiert die spannungsgesteuerten Na⁺-Kanäle der Nervenfasern im Kiefer. Erkläre, warum kein Schmerzsignal im Gehirn ankommt.

Lösung Schritt für Schritt
  1. Der Bohrer reizt die Schmerz-Nervenzellen, ihre Spannung steigt Richtung Schwellenwert.
  2. Für die Depolarisation müssten sich die Na⁺-Kanäle öffnen. Sie sind aber blockiert, Na⁺ kann nicht einströmen.
  3. Ohne Na⁺-Einstrom entsteht kein Aktionspotential. Also läuft auch keines über das Axon zum Gehirn.

Weil die Na⁺-Kanäle blockiert sind, entsteht kein Aktionspotential. Das Schmerzsignal wird gar nicht erst weitergeleitet.

Jetzt du

Übungen mit Lösungen

Fang beim Einstieg an. Klapp die Lösung erst auf, wenn du selbst gerechnet hast. Steckst du fest, gibt Fox dir einen Tipp.

  1. 1

    Über welche Teile nimmt eine Nervenzelle Signale von anderen Zellen auf?

    Lösung zeigen

    Ergebnis: Über die Dendriten.

    1. Die Dendriten sind kurze, verzweigte Fortsätze am Zellkörper.
    2. Sie nehmen Signale auf, das Axon leitet sie weg.
  2. 2

    Wie gross ist das Ruhepotential ungefähr, und welche Seite der Membran ist negativ?

    Lösung zeigen

    Ergebnis: Etwa −70 mV, das Innere ist negativ.

    1. Gemessen wird innen gegenüber aussen.
    2. In Ruhe ist das Innere negativ, darum das Minus.
  3. 3

    Ordne zu: −70 mV, −50 mV, +30 mV. Was ist das Ruhepotential, was der Schwellenwert, was die Spitze des Aktionspotentials?

    Lösung zeigen

    Ergebnis: −70 mV Ruhepotential, −50 mV Schwellenwert, +30 mV Spitze.

    -500RuheSchwelleSpitze
    Spannung in Millivolt: Ruhe bei −70, Schwelle bei −50, Spitze bei +30.
    1. Der negativste Wert ist die Ruhe.
    2. Der Schwellenwert liegt etwas darüber.
    3. Nur die Spitze ist positiv.
  4. 4

    Welche Ionen strömen bei der Depolarisation in die Nervenzelle?

    Lösung zeigen

    Ergebnis: Natrium-Ionen (Na⁺).

    1. Am Schwellenwert öffnen spannungsgesteuerte Na⁺-Kanäle.
    2. Na⁺ strömt ein, weil aussen viel mehr Na⁺ ist und das Innere negativ ist.
  5. 5

    Wie heisst die Kontaktstelle zwischen einer Nervenzelle und der nächsten Zelle?

    Lösung zeigen

    Ergebnis: Die Synapse.

    1. Am Ende des Axons liegen die Endknöpfchen.
    2. Zusammen mit der Membran der nächsten Zelle bilden sie die Synapse.
  1. 6

    In Ruhe strömt K⁺ aus der Zelle. Warum kommt dieser Ausstrom bei etwa −70 mV fast zum Stillstand?

    Lösung zeigen

    Ergebnis: Weil das negative Innere die positiven K⁺ zurückzieht. Bei etwa −70 mV halten sich dieser Zug und der Drang nach aussen ungefähr die Waage.

    1. Der Konzentrationsunterschied treibt K⁺ nach aussen.
    2. Jedes K⁺ nimmt eine positive Ladung mit, das Innere wird negativer.
    3. Das negative Innere zieht K⁺ an. Bei etwa −70 mV gleichen sich beide Kräfte ungefähr aus.
    4. Für K⁺ allein läge das Gleichgewicht bei etwa −90 mV. Ein kleiner Na⁺-Leckstrom in die Zelle hebt die Spannung auf etwa −70 mV.
  2. 7

    Was geschieht bei der Repolarisation? Nenne die Kanäle und den Ionenstrom.

    Lösung zeigen

    Ergebnis: Die Na⁺-Kanäle schliessen, spannungsgesteuerte K⁺-Kanäle öffnen. K⁺ strömt hinaus, die Spannung sinkt.

    1. Auf der Spitze schliessen die Na⁺-Kanäle.
    2. Die K⁺-Kanäle öffnen sich.
    3. K⁺ verlässt die Zelle, das Innere wird wieder negativ.
  3. 8

    Ein Reiz hebt die Spannung von −70 mV nur auf −60 mV. Entsteht ein Aktionspotential?

    Lösung zeigen

    Ergebnis: Nein. −60 mV liegt unter dem Schwellenwert von etwa −50 mV.

    1. Ein Aktionspotential startet erst am Schwellenwert, etwa −50 mV.
    2. −60 mV ist negativer, die Schwelle ist nicht erreicht.
    3. Die Spannung kehrt zum Ruhepotential zurück.
  4. 9

    Ein Signal läuft 0.5 m weit mit 50 m/s. Wie lange braucht es?

    Lösung zeigen

    Ergebnis: 0.01 s = 10 ms.

    1. Zeit ist Weg durch Geschwindigkeit: t=sv.
    2. ​.
    3. 0.01 s sind 10 ms.
  5. 10

    Was macht die Natrium-Kalium-Pumpe, und wie viele Ionen befördert sie pro Durchgang?

    Lösung zeigen

    Ergebnis: Sie befördert 3 Na⁺ hinaus und 2 K⁺ hinein und braucht dafür ATP. So hält sie die Ionen-Unterschiede aufrecht.

    1. Sie arbeitet gegen das Gefälle, darum braucht sie Energie aus ATP.
    2. Pro Durchgang: 3 Na⁺ nach aussen, 2 K⁺ nach innen.
    3. So bleibt innen viel K⁺ und aussen viel Na⁺.
  1. 11

    Warum läuft ein Aktionspotential am Axon nur in eine Richtung, obwohl es beide Nachbarstellen depolarisiert?

    Lösung zeigen

    Ergebnis: Die Stelle dahinter ist noch in der Refraktärzeit. Dort sind die Na⁺-Kanäle blockiert, also entsteht nur vorne ein neues Aktionspotential.

    1. Ein Aktionspotential depolarisiert die Membran links und rechts davon.
    2. Die Stelle, von der es kommt, hatte eben selbst ein Aktionspotential.
    3. Ihre Na⁺-Kanäle sind noch blockiert, sie ist refraktär. Darum geht es nur vorwärts.
  2. 12

    Eine Sinnes-Nervenzelle bildet bei leichtem Druck 10 Aktionspotentiale pro Sekunde, bei starkem Druck 80. Was sagt das über die Codierung der Reizstärke?

    Lösung zeigen

    Ergebnis: Die Reizstärke ist in der Frequenz codiert, also in der Zahl der Aktionspotentiale pro Sekunde, nicht in ihrer Höhe.

    1. Nach dem Alles-oder-nichts-Prinzip ist jedes Aktionspotential gleich hoch.
    2. Die Höhe kann also keine Information tragen.
    3. Was sich ändert, ist die Zahl pro Sekunde: mehr Druck, mehr Aktionspotentiale.
  3. 13

    Bei Multipler Sklerose werden Myelinscheiden im Nervensystem geschädigt. Was folgt für die Weiterleitung der Signale?

    Lösung zeigen

    Ergebnis: Ohne Myelinscheide kann das Signal nicht mehr springen. Die Weiterleitung wird langsamer oder fällt an der Stelle ganz aus.

    1. Mit Myelinscheide springt das Signal von Schnürring zu Schnürring.
    2. Fehlt die Hülle, muss es Stück für Stück laufen, das ist viel langsamer.
    3. Oft erreicht die nächste Stelle die Schwelle nicht mehr, das Signal bricht ab.
  4. 14

    Die absolute Refraktärzeit einer Nervenzelle dauert etwa 1 ms. Wie viele Aktionspotentiale kann sie höchstens pro Sekunde bilden?

    Lösung zeigen

    Ergebnis: Höchstens etwa 1000 pro Sekunde, in Wirklichkeit meist weniger.

    1. Während 1 ms ist kein neues Aktionspotential möglich.
    2. 1 s hat 1000 ms.
    3. Also höchstens rund 1000 Aktionspotentiale pro Sekunde. Wegen der relativen Refraktärzeit sind es meist weniger.
  5. 15

    Gewisse Nervengifte hemmen das Enzym, das Acetylcholin im synaptischen Spalt abbaut. Was passiert am Muskel hinter dieser Synapse?

    Lösung zeigen

    Ergebnis: Acetylcholin bleibt im Spalt und erregt den Muskel immer weiter: Dauererregung, der Muskel verkrampft.

    1. Normalerweise baut ein Enzym das Acetylcholin sofort ab, das Signal endet.
    2. Ist das Enzym gehemmt, bleibt der Botenstoff an den Rezeptoren.
    3. Die Ionenkanäle des Muskels bleiben offen, er wird dauernd erregt und verkrampft.

Hakt es bei Ruhepotential und Ionenströmen, geht eine Lehrperson die Messkurve mit dir Schritt für Schritt durch, bis du sie selbst erklären kannst. Biologie-Nachhilfe für das Gymnasium

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Trainer: Nervenzelle und Aktionspotential

So funktioniert der Trainer

Immer neue Fragen zum Anklicken, mit kurzer Erklärung nach jeder Antwort. Stufe 1 übt Bau und Begriffe, Stufe 2 den Ablauf des Aktionspotentials, Stufe 3 Weiterleitung, Synapse und Anwendungen.

Bei welcher Spannung liegt der Schwellenwert ungefähr?

Löse die Aufgabe und drück «Prüfen» (oder Enter).

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Einordnung

Typische Klasse
2. Jahr Gymnasium - 3. Jahr Gymnasium
Stufe
Gymnasium
Fach
Biologie

Im Gymnasium, je nach Schule in einem der mittleren Jahre, im Kapitel Nervensystem. In der Sek kommt meist nur der Bau der Nervenzelle vor, ohne Ionenströme.

Gut zu wissen

Häufige Fragen

Wie lange dauert ein Aktionspotential?

Der Anstieg und der Abstieg dauern zusammen etwa 1 bis 2 Millisekunden. Die Hyperpolarisation danach kann noch etwas länger dauern. Darum kann eine Nervenzelle viele Aktionspotentiale pro Sekunde bilden.

Schreibt man Aktionspotential oder Aktionspotenzial?

Beides ist richtig. Nach der neuen Rechtschreibung wird «Potenzial» empfohlen, in der Biologie ist «Potential» aber weiter verbreitet. Halte dich an die Schreibweise deiner Schule.

Was ist der Unterschied zwischen Ruhepotential und Aktionspotential?

Das Ruhepotential ist die Spannung der Nervenzelle in Ruhe, etwa −70 mV. Das Aktionspotential ist die kurze Abweichung davon, wenn ein Signal weitergeleitet wird: Das Innere wird für etwa eine Millisekunde positiv.

In welcher Klasse lernt man das Aktionspotential?

Im Gymnasium, je nach Schule in einem der mittleren Jahre, im Kapitel Nervensystem. In der Sek lernst du oft schon den Bau der Nervenzelle, die Ionenströme kommen erst im Gymnasium.

Stand 08.11.2026. Alle Erklärungen und Aufgaben hat Fokus Nachhilfe selbst geschrieben, nach dem Lehrplan 21 der Deutschschweiz. Trainer und Lösungen rechnet ein Programm, nicht eine KI. Fehler gefunden?