Die Zeitform eines Verbs zeigt, ob etwas jetzt passiert oder schon vorbei ist. Präsens steht für die Gegenwart, Präteritum und Perfekt für die Vergangenheit.
Die Zeitform eines zeigt, wann etwas passiert. Das Präsens steht für jetzt, Präteritum und Perfekt für Vergangenes. Um die Zeitform zu bestimmen, schaust du dir die Verbform genau an.
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Drei Zeitformen
Präsens: Ich spiele Fussball. Das passiert jetzt oder immer wieder.
Präteritum: Ich spielte Fussball. Das ist vorbei. Du brauchst es vor allem, wenn du Geschichten aufschreibst.
Perfekt: Ich habe Fussball gespielt. Das ist auch vorbei. So erzählst du meistens, wenn du sprichst.
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Das Präsens
Das Präsens braucht kein Hilfsverb: der des Verbs und eine . Die Endung passt zur Person: ich spiele, du spielst, er spielt, wir spielen.
Bei steht die allein am Satzende: Ich räume auf. Mit einer Zeitangabe kann das Präsens auch Zukunft ausdrücken: Morgen fahre ich nach Bern.
MerkePräsens: Stamm plus Endung, ohne Hilfsverb.
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Das Präteritum
Auch das Präteritum braucht kein Hilfsverb. Schwache Verben bekommen -te: spielen, spielte. Starke Verben wechseln den im Stamm: gehen, ging; lesen, las.
Einige Verben machen beides, zum Beispiel bringen, brachte und denken, dachte. Diese Formen lernst du am besten auswendig.
MerkePräteritum: ohne Hilfsverb, mit -te oder mit neuem Vokal.
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Das Perfekt
Das Perfekt hat zwei Teile: haben oder sein im Präsens und das Partizip II. Das Partizip bildest du meist mit ge-: gespielt, gegangen.
Ohne ge- bleiben Verben mit untrennbarer Vorsilbe wie be-, er-, ver-, ent-, zer- und Verben auf -ieren: hat erzählt, hat telefoniert. Bei trennbaren Verben steht ge- in der Mitte: aufgeräumt.
MerkePerfekt: haben oder sein plus Partizip II.
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Haben oder sein?
Die meisten Verben bilden das Perfekt mit haben. Mit sein stehen Verben, die eine Bewegung von einem Ort zum anderen zeigen (ist gefahren) oder eine Veränderung (ist eingeschlafen). Dazu kommen sein und bleiben.
In der Schweiz sagt man «ich bin gesessen», «ich bin gelegen». In Norddeutschland hört man oft «habe». Beides ist richtig.
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So bestimmst du die Zeitform
Hat das Verb haben oder sein und ein Partizip (meist mit ge-, bei untrennbarer Vorsilbe und -ieren ohne), ist es Perfekt.
Ohne Hilfsverb setz es in einen Satz mit «gestern» oder «jetzt».
Oder vergleiche mit dem Präsens derselben Person: Präteritum hat bei schwachen Verben -te (er spielte), bei starken einen Vokal, der im Präsens fehlt (er ging).
MerkeHilfsverb mit Partizip: Perfekt. Kein Hilfsverb: Präsens oder Präteritum.
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Stolpersteine beim Bestimmen
Starke Verben ändern den Vokal auch im Präsens: du fährst, er liest. Das bleibt Präsens, es passt zu «jetzt». Das Präteritum heisst er fuhr, er las.
Achtung bei trennbaren Verben: «Er steht auf» ist Präsens, «Er stand auf» ist Präteritum. «auf» ist nur die abgetrennte Vorsilbe. Ein Hilfsverb fehlt, also ist es kein Perfekt.
MerkeNeuer Vokal allein heisst noch nicht Präteritum.
Zeitformen: Präsens, Präteritum, Perfekt auf einen Blick: die wichtigsten Regeln.
Häufige Fehler
✕Er hat gegeht.
✓«gehen» ist ein starkes Verb und zeigt eine Bewegung: Er ist gegangen.
✕Ich habe getelefoniert.
✓Verben auf -ieren bekommen kein ge-: Ich habe telefoniert.
✕Sie bringte das Paket und hat es gebringt.
✓«bringen» wechselt den Vokal und bekommt trotzdem -te: Sie brachte das Paket und hat es gebracht.
✕«Er stand früh auf» ist Perfekt, weil das Verb zwei Teile hat.
✓Es ist Präteritum. «auf» ist nur die Vorsilbe von «aufstehen», ein Hilfsverb fehlt.
✕«Er liest» ist Präteritum, weil sich der Vokal geändert hat.
✓Es ist Präsens. Starke Verben ändern den Vokal schon im Präsens (lesen, er liest). Das Präteritum heisst er las.
Begriffe zum Nachschlagen
Zeitform (Tempus)
Die Form des Verbs, die zeigt, wann etwas passiert.
Präsens
Gegenwart: Ich lache.
Präteritum
Vergangenheit ohne Hilfsverb, vor allem in geschriebenen Texten: Ich lachte.
Perfekt
Vergangenheit in zwei Teilen, vor allem beim Erzählen: Ich habe gelacht.
Infinitiv
Die Grundform des Verbs, so wie sie im Wörterbuch steht: lachen, gehen.
Personalform
Die Verbform, die zur Person passt: du lachst, wir gingen.
Partizip II
Der zweite Teil des Perfekts, meist mit ge-: gelacht, gegangen.
Hilfsverb
«haben» oder «sein» im Perfekt. Es hilft, die Zeitform zu bilden.
Schwaches und starkes Verb
Schwache Verben bilden das Präteritum mit -te (lachte), starke mit einem neuen Vokal (ging).
Bilde das Präsens, das Präteritum und das Perfekt von spielen mit «du».
Der Stamm ist «spiel». Im Präsens kommt für «du» die Endung -st dazu: du spielst.
«spielen» ist ein schwaches Verb. Im Präteritum kommt -te dazu, für «du» noch -st: du spieltest.
Fürs Perfekt brauchst du «haben» und das Partizip ge-spiel-t: du hast gespielt.
du spielst, du spieltest, du hast gespielt
Beispiel 2Ein starkes Verb mit sein
Bilde die drei Zeitformen von gehen mit «wir».
Präsens: Für «wir» sieht die Form aus wie der : wir gehen.
«gehen» ist ein starkes Verb. Im Präteritum wechselt der Stamm zu «ging»: wir gingen.
«gehen» zeigt eine Bewegung von einem Ort zum anderen. Darum steht im Perfekt «sein».
Das Partizip endet bei starken Verben auf -en: wir sind gegangen.
wir gehen, wir gingen, wir sind gegangen
Beispiel 3Von der Schulreise schreiben
Nora aus Luzern erzählt im Klassenrat von der Schulreise: «Wir fahren mit dem Schiff nach Weggis. Dort essen wir Znüni. Dann wandern wir auf die Rigi.» Schreib ihren Text für die Klassenzeitung im Präteritum.
Suche die Verben: fahren, essen, wandern. Alle stehen im Präsens.
«fahren» ist stark, der Vokal wechselt: Wir fuhren mit dem Schiff nach Weggis.
«essen» ist auch stark: Dort assen wir Znüni.
«wandern» ist schwach und bekommt -te: Dann wanderten wir auf die Rigi.
Wir fuhren mit dem Schiff nach Weggis. Dort assen wir Znüni. Dann wanderten wir auf die Rigi.
Beispiel 4Zeitformen im Text bestimmen
Bestimme die Zeitform jedes Verbs: «Am Morgen rief Opa an. Er hat den Zug verpasst.»
Erstes Verb: «rief an». Es gibt kein Hilfsverb, «an» ist die Vorsilbe von «anrufen».
Im Präsens heisst es «er ruft an». «rief» hat einen Vokal, den das Präsens nicht hat. Also ist es Präteritum.
Zweites Verb: «hat verpasst». Hier stehen «haben» und ein Partizip. Also ist es Perfekt.
«verpasst» hat kein ge-, weil «verpassen» mit ver- beginnt.
«rief an» ist Präteritum, «hat verpasst» ist Perfekt.
Jetzt du
3Übungen mit Lösungen
Fang beim Einstieg an. Klapp die Lösung erst auf, wenn du selbst gerechnet hast. Steckst du fest, gibt Fox dir einen Tipp.
1
Bilde das Präteritum: ich (lachen)
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Ergebnis: ich lachte
«lachen» ist ein schwaches Verb.
Stamm «lach» plus -te: ich lachte.
2
Bilde das Perfekt von kaufen mit «er».
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Ergebnis: er hat gekauft
«kaufen» zeigt keine Bewegung, also steht «haben»: er hat.
Partizip: ge-kauf-t.
Zusammen: er hat gekauft.
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Welche Zeitform ist «du spielst»?
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Ergebnis: Präsens
Das Verb ist ein einziges Wort.
Es hat kein -te und kein Hilfsverb. «du spielst» passt zu «jetzt»: Präsens.
4
Welche Zeitform ist «ich habe gelernt»?
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Ergebnis: Perfekt
Das Verb hat zwei Teile: «habe» und «gelernt».
«gelernt» ist ein Partizip mit ge-. Also Perfekt.
5
Setze ins Präsens: «Sie kochte Spaghetti.»
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Ergebnis: Sie kocht Spaghetti.
«kochte» ist das Präteritum von «kochen».
Ohne -te und mit der Endung für «sie» (Einzahl): sie kocht.
6
Setze ins Perfekt: «Wir fahren nach Chur.»
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Ergebnis: Wir sind nach Chur gefahren.
«fahren» zeigt eine Bewegung von einem Ort zum anderen, darum «sein»: wir sind.
«fahren» ist stark, das Partizip endet auf -en: gefahren.
Das Partizip steht am Satzende: Wir sind nach Chur gefahren.
7
Bilde das Präteritum von lesen mit «er».
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Ergebnis: er las
«lesen» ist ein starkes Verb: Der Vokal wechselt von e zu a.
Bei «er» kommt im Präteritum keine Endung dazu: er las.
8
Bilde das Perfekt von erzählen mit «ich».
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Ergebnis: ich habe erzählt
Hilfsverb «haben»: ich habe.
«erzählen» beginnt mit er-, darum gibt es kein ge-: erzählt.
9
Bestimme die Zeitform: «Lea trank einen Sirup.»
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Ergebnis: Präteritum
Das Verb «trank» ist ein Wort, ein Hilfsverb fehlt.
Im Präsens heisst es «Lea trinkt», mit i. «trank» hat ein a, das das Präsens nicht hat: Präteritum.
10
Setze ins Perfekt: «Ich telefoniere mit meiner Gotte.»
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Ergebnis: Ich habe mit meiner Gotte telefoniert.
Hilfsverb «haben»: ich habe.
Verben auf -ieren bekommen kein ge-: telefoniert.
Das Partizip kommt ans Satzende.
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Welche Zeitform ist «er nimmt»?
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Ergebnis: Präsens
Das Verb ist ein einziges Wort, ein Hilfsverb fehlt, und es hat kein -te.
Der Vokal ist anders als im Infinitiv «nehmen». Das macht das starke Verb aber schon im Präsens: ich nehme, du nimmst, er nimmt.
«er nimmt» passt zu «jetzt»: Präsens. Das Präteritum hiesse er nahm.
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Bilde das Präteritum von bringen und denken mit «sie» ().
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Ergebnis: sie brachte, sie dachte
Beide Verben sind gemischt: Der Stamm ändert sich und trotzdem kommt -te dazu.
bringen wird zu brachte, denken zu dachte.
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Setze ins Präteritum: «Am Samstag räumen wir das Zimmer auf.»
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Ergebnis: Am Samstag räumten wir das Zimmer auf.
Das Verb ist «aufräumen», ein trennbares Verb.
«räumen» ist schwach: räumten.
Die Vorsilbe «auf» bleibt am Satzende.
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Setze ins Präteritum: «Ich kann nicht kommen, weil ich lernen muss.»
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Ergebnis: Ich konnte nicht kommen, weil ich lernen musste.
Die Personalformen sind «kann» und «muss».
Diese Verben verlieren im Präteritum den Umlaut: können wird zu konnte, müssen zu musste.
«kommen» und «lernen» bleiben im Infinitiv.
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Bestimme die Zeitformen: «Mia stand um sieben auf. Ihr Bruder hat noch geschlafen.»
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Ergebnis: «stand auf» ist Präteritum, «hat geschlafen» ist Perfekt.
«stand auf»: kein Hilfsverb, «auf» ist die Vorsilbe von «aufstehen». Im Präsens heisst es «steht auf», «stand» hat einen anderen Vokal: Präteritum.
«hat geschlafen»: Hilfsverb und Partizip mit ge-: Perfekt.
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Finde und verbessere den Fehler: «Gestern hat Luca den Bus verpasst und ist zu spät gekommt.»
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Ergebnis: gekommen statt gekommt
«hat verpasst» ist richtig: «verpassen» beginnt mit ver-, darum ohne ge-.
«kommen» ist ein starkes Verb, sein Partizip endet auf -en: Luca ist zu spät gekommen.
Unbegrenzt neue Verben: Du bildest die verlangte Zeitform oder bestimmst, welche vor dir steht. Stufe 1 übt regelmässige Verben, Stufe 2 starke Verben und das Perfekt mit sein, Stufe 3 gemischte, trennbare und Modalverben.
Die drei Zeitformen tauchen in der 3. und 4. Klasse zum ersten Mal auf. In der 5. und 6. Klasse bildest und bestimmst du sie sicher, auch bei starken und trennbaren Verben.
D.5.D.1.cPräsens, Präteritum und Perfekt an der Verbform erkennen und richtig benennen, dabei den Infinitiv von der Personalform unterscheiden.
D.5.D.1.bDie Namen Präsens, Präteritum und Perfekt kennenlernen und an einfachen Sätzen ausprobieren, ob etwas jetzt oder früher geschieht.
Codes nach dem Lehrplan 21 der Deutschschweiz, Umschreibung in eigenen Worten. Wann genau das Thema drankommt, legt das Lehrmittel der Schule fest.
Gut zu wissen
Häufige Fragen
In welcher Klasse lernt man Präsens, Präteritum und Perfekt?
Die Namen hörst du nach Lehrplan 21 schon in der 3. und 4. Klasse. Sicher bilden und bestimmen sollst du die drei Zeitformen am Ende der 6. Klasse. Futur und Plusquamperfekt kommen gegen Ende der Primarschule oder in der Sek dazu.
Wann nehme ich das Präteritum und wann das Perfekt?
Beide erzählen von Vergangenem. Wenn du sprichst oder einen Brief an Freunde schreibst, nimmst du meist das Perfekt. In Geschichten, Berichten und Nacherzählungen steht das Präteritum.
Warum ist das Präteritum für viele Schweizer Kinder schwierig?
Im Schweizerdeutschen gibt es fast kein Präteritum, man erzählt im Perfekt. Darum klingen Formen wie «ging» oder «sass» ungewohnt. Viel lesen und die starken Verben üben hilft.
Heisst es «ich bin gesessen» oder «ich habe gesessen»?
Beides ist richtig. In der Schweiz, in Süddeutschland und in Österreich sagt man «ich bin gesessen», «ich bin gestanden» und «ich bin gelegen». In Norddeutschland hört man dafür «habe».
Begriff
Verb
Ein Wort, das sagt, was jemand tut oder was geschieht. Verben kannst du konjugieren.