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Fokus Nachhilfe

Vier-Ohren-Modell nach Schulz von Thun

Das Vier-Ohren-Modell von Friedemann Schulz von Thun zeigt: Jede Nachricht hat vier Seiten, nämlich Sachinhalt, Selbstoffenbarung, Beziehung und Appell. Wer weiss, mit welchem Ohr er gerade hört, versteht Missverständnisse und kann sie klären.

  • 2. Sek - 1. Jahr Gymnasium
  • Zyklus 3, Gymnasium
  • Lehrplan 21: D.3.D.1.f
Zwei Jugendliche reden auf einer Treppe vor dem Schulhaus miteinander, eine spricht, der andere hört aufmerksam zu.
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Das musst du wissen

Erklärung

Das Vier-Ohren-Modell erklärt, warum Gespräche schiefgehen können. Jede Nachricht hat vier Seiten, und wer zuhört, kann sie mit vier verschiedenen Ohren hören. Bei jedem Satz fragst du: Welche vier Botschaften stecken darin, und mit welchem Ohr höre ich?

Sender, Nachricht, Empfänger

Wer etwas sagt, ist der Sender. Wer zuhört, ist der Empfänger. Die Nachricht ist alles, was ankommt: Wörter, Tonfall, Blick und Körperhaltung.

Der Hamburger Psychologe Friedemann Schulz von Thun hat 1981 beschrieben: Jede Nachricht enthält vier Botschaften auf einmal. Darum heisst das Modell auch Kommunikationsquadrat.

MerkeEin Satz, vier Botschaften.

Die vier Seiten einer Nachricht

Eine Mitschülerin sagt: «Die Prüfung ist schon morgen.»

  • Sachinhalt: Die Prüfung findet morgen statt.

  • Selbstoffenbarung: Ich bin nervös.

  • Beziehung: Dir kann ich meine Sorge anvertrauen.

  • Appell: Lern mit mir!

Nicht jede Seite ist gleich laut. Aber alle vier sind immer dabei.

MerkeSachinhalt: Worüber informiere ich? Selbstoffenbarung: Was zeige ich von mir? Beziehung: Wie sehe ich dich? Appell: Was sollst du tun?

Vier Schnäbel und vier Ohren

Der Sender spricht mit vier Schnäbeln, der Empfänger hört mit vier Ohren.

  • Sach-Ohr: Was ist die Information?

  • Selbstoffenbarungs-Ohr: Was ist mit der anderen Person los?

  • Beziehungs-Ohr: Was denkt sie über mich?

  • Appell-Ohr: Was soll ich jetzt tun?

Das Lieblingsohr

Viele Menschen hören mit einem Ohr besonders gut. Wer vor allem mit dem Beziehungs-Ohr hört, fühlt sich schnell angegriffen.

Wer vor allem mit dem Appell-Ohr hört, will es allen recht machen. Wer nur mit dem Sach-Ohr hört, überhört leicht, wie es dem anderen geht.

MerkeWas ankommt, entscheidet das Ohr, mit dem du hörst.

Wie Missverständnisse entstehen

Ein Missverständnis entsteht, wenn der Sender auf einer Seite sendet und der Empfänger auf einer anderen hört.

Der Vater sagt: «Deine Musik ist laut.» Er meint Sache und Appell: Mach bitte leiser, ich will telefonieren. Die Tochter hört mit dem Beziehungs-Ohr: «Er findet meine Musik schlecht.»

Im Chat fehlen Tonfall und Gesicht, da muss man mehr raten.

Klar senden, gut zuhören

  • Nachfragen statt raten: «Soll ich die Musik leiser machen?»

  • Ich-Botschaft statt Du-Botschaft: «Ich kann so nicht telefonieren» statt «Du bist rücksichtslos». Eine Du-Botschaft sagt, wie der andere ist, und klingt darum schnell wie ein Vorwurf.

  • Den Appell offen sagen: «Mach bitte das Fenster zu» statt «Es zieht».

MerkeUnsicher, wie es gemeint war? Nachfragen statt raten.

Vier-Ohren-Modell (4-ohren-modell): Übersicht mit Sender, Nachricht, Empfänger; Die vier Seiten einer Nachricht; Das Lieblingsohr; Klar senden, gut zuhören.
Vier-Ohren-Modell auf einen Blick: die wichtigsten Regeln.

Häufige Fehler

  • ✕Ein Satz hat nur eine Bedeutung, nämlich die, die in den Wörtern steht.

    ✓Jeder Satz hat vier Seiten. Die Wörter zeigen meist den Sachinhalt, die anderen drei Seiten stecken oft im Tonfall und in der Situation.

  • ✕Ein Appell ist immer ein Befehl mit Ausrufezeichen.

    ✓Ein Appell kann auch in einer Frage oder Feststellung versteckt sein: «Der Hund war heute noch nicht draussen» kann heissen «Geh bitte mit ihm raus».

  • ✕Selbstoffenbarung heisst, dass jemand absichtlich etwas Privates erzählt.

    ✓Man zeigt immer etwas von sich, auch ungewollt: Gefühle, Stimmung oder Haltung verraten sich in Wortwahl, Stimme und Körperhaltung.

  • ✕Selbstoffenbarung und Beziehung sind dasselbe, weil es bei beiden um Gefühle geht.

    ✓Selbstoffenbarung sagt etwas über den Sender selbst. Die Beziehungsseite sagt, wie er den Empfänger sieht und wie die beiden zueinander stehen.

Begriffe zum Nachschlagen
Sender
Die Person, die etwas sagt, schreibt oder zeigt.
Empfänger
Die Person, die eine Nachricht hört, liest oder sieht und sie deutet.
Nachricht
Alles, was vom Sender beim Empfänger ankommt: die Wörter, aber auch Tonfall, Blick und Körperhaltung.
Sachinhalt
Die Seite der Nachricht mit der reinen Information: Fakten, Daten, Sachverhalte.
Selbstoffenbarung
Die Seite der Nachricht, auf der der Sender etwas von sich zeigt, etwa ein Gefühl oder eine Haltung. Heute sagt man dafür auch Selbstkundgabe.
Beziehung
Die Seite der Nachricht, die zeigt, was der Sender vom Empfänger hält und wie die beiden zueinander stehen.
Appell
Die Seite der Nachricht, mit der der Sender etwas erreichen will: Der Empfänger soll etwas tun, denken oder fühlen.
Ich-Botschaft
Ein Satz, in dem du sagst, wie es dir geht und was du dir wünschst, statt dem anderen etwas vorzuwerfen.
Du-Botschaft
Ein Satz, der dem anderen sagt, wie er ist oder was er falsch macht, etwa «Du nervst immer». Er klingt schnell wie ein Vorwurf.
Kommunikationsquadrat
Anderer Name für das Vier-Ohren-Modell: die vier Seiten einer Nachricht, als Quadrat gezeichnet.

Noch unsicher? Zuerst lernen:Diskussion führen

So geht's

Beispiele Schritt für Schritt

Beispiel 1Eine Nachricht in vier Seiten zerlegen

Am Morgen ruft dein Vater aus der Küche: «Der Bus fährt in fünf Minuten!» Bestimme alle vier Seiten der Nachricht.

Lösung Schritt für Schritt
  1. Sachinhalt: Was ist die reine Information? Der Bus fährt in fünf Minuten ab.
  2. Selbstoffenbarung: Was zeigt der Vater von sich? Er ist etwas nervös und hat die Zeit im Blick.
  3. Beziehung: Wie sieht er dich? Er glaubt, er müsse dich an die Zeit erinnern, weil du sie sonst vergisst.
  4. Appell: Was sollst du tun? Beeil dich und mach dich bereit.

Sache: Abfahrt in fünf Minuten. Selbstoffenbarung: Ich bin nervös. Beziehung: Ich muss dich erinnern. Appell: Beeil dich!

Beispiel 2Mit dem falschen Ohr gehört

Drei Jugendliche sitzen im Schulzimmer an einem Laptop, ein Junge verschränkt beleidigt die Arme, ein Mädchen schaut überrascht.

In einer Gruppenarbeit in Aarau fragt Mia ihren Kollegen Jonas: «Hast du die Folien schon gemacht?» Jonas antwortet gereizt: «Ich bin doch nicht faul!» Mit welchem Ohr hat Jonas gehört, und was meinte Mia wohl?

Lösung Schritt für Schritt
  1. Schau auf die Antwort: «Ich bin doch nicht faul» ist eine Antwort darauf, was Mia über ihn denkt.
  2. Also hat Jonas mit dem Beziehungs-Ohr gehört. Bei ihm kam an: «Ich traue dir nicht zu, dass du deinen Teil machst.»
  3. Mia hat vermutlich auf der Sachseite gefragt: Sie wollte wissen, wie weit die Arbeit ist, um die nächsten Schritte zu planen.
  4. Klären hilft: Jonas könnte nachfragen, «Fragst du, weil du planen willst?», oder Mia sagt gleich, warum sie fragt.

Jonas hat mit dem Beziehungs-Ohr gehört und einen Vorwurf verstanden. Mia meinte vermutlich nur die Sache: Wie weit sind die Folien?

Beispiel 3Aus dem Vorwurf eine Ich-Botschaft machen

Eine Jugendliche sitzt mit Heften am Schreibtisch und dreht sich zu ihrem Bruder um, der laut am Handy telefoniert.

Du lernst in Luzern für eine Prüfung, dein Bruder telefoniert laut neben dir. Du willst sagen: «Du nervst immer!» Formuliere die Nachricht so, dass alle vier Seiten klar ankommen.

Lösung Schritt für Schritt
  1. Prüf die Du-Botschaft: «Du nervst immer» greift den Bruder an. Er hört vor allem die Beziehungsseite und wehrt sich.
  2. Sag die Sache: Was passiert gerade? Du telefonierst laut, während ich lerne.
  3. Zeig, wie es dir geht: Ich kann mich so nicht konzentrieren, und morgen ist die Prüfung.
  4. Achte auf die Beziehung: Sag es ruhig und ohne Vorwurf. So hört er: Ich respektiere dich und bitte dich um etwas.
  5. Sag den Appell offen und freundlich: Kannst du bitte im Gang telefonieren?

«Du telefonierst gerade laut, und ich lerne für die Prüfung von morgen. So kann ich mich nicht konzentrieren. Kannst du bitte im Gang telefonieren? Danke dir!» Ruhig gesagt, zeigt das auch auf der Beziehungsseite: Ich respektiere dich.

Beispiel 4Ironie im Klassenchat

Ein Jugendlicher steht am Bahnhof, schaut nachdenklich auf sein Handy, weiter hinten wartet eine Gruppe Jugendlicher.

Lukas kommt eine Viertelstunde zu spät zum Treffpunkt beim Bahnhof Winterthur. Im Klassenchat schreibt Selin: «Super, dass du auch schon da bist.» Was sagt der Sachinhalt, und was ist die eigentliche Botschaft?

Lösung Schritt für Schritt
  1. Lies die Wörter wörtlich: «Super» klingt nach Lob. Wörtlich sagt der Satz, dass Lukas jetzt da ist.
  2. Prüf die Situation: Lukas ist zu spät, alle haben gewartet. Das Lob passt nicht dazu, also ist es Ironie.
  3. Selbstoffenbarung: Selin ist genervt. Beziehung: Sie findet Lukas unzuverlässig. Appell: Sei das nächste Mal pünktlich.
  4. Im Chat fehlt der Tonfall. Lukas muss die Ironie aus der Situation erschliessen, und das kann leicht schiefgehen.

Der Sachinhalt ist nur «Du bist jetzt da». Die eigentliche Botschaft ist ein Vorwurf: Ich bin genervt, du warst unzuverlässig, sei nächstes Mal pünktlich.

Jetzt du

Übungen mit Lösungen

Fang beim Einstieg an. Klapp die Lösung erst auf, wenn du selbst gerechnet hast. Steckst du fest, gibt Fox dir einen Tipp.

  1. 1

    Nenne die vier Seiten einer Nachricht nach Schulz von Thun.

    Lösung zeigen

    Ergebnis: Sachinhalt, Selbstoffenbarung, Beziehung und Appell.

    1. Sachinhalt: die Information.
    2. Selbstoffenbarung: was der Sender von sich zeigt.
    3. Beziehung: wie er den Empfänger sieht. Appell: was der Empfänger tun soll.
  2. 2

    Auf welcher Seite der Nachricht zeigt der Sender etwas über sich selbst, zum Beispiel ein Gefühl?

    Lösung zeigen

    Ergebnis: Auf der Seite der Selbstoffenbarung.

    1. Gefühle, Stimmung und Haltung des Sprechers gehören zur Selbstoffenbarung.
    2. Das Wort sagt es schon: Man offenbart etwas von sich selbst.
  3. 3

    Die Lehrerin sagt in der Stillarbeit: «Es ist sehr laut hier.» Welcher Appell steckt darin?

    Lösung zeigen

    Ergebnis: Seid bitte leiser.

    1. Frag dich: Was sollen die Schüler nach diesem Satz tun?
    2. Die Lehrerin stellt nur etwas fest, möchte aber, dass es ruhiger wird.
  4. 4

    Deine Kollegin sagt: «Du hast da einen Fleck auf dem Pulli.» Du denkst sofort: «Sie findet mich ungepflegt.» Mit welchem Ohr hast du gehört?

    Lösung zeigen

    Ergebnis: Mit dem Beziehungs-Ohr.

    1. Du hast dich gefragt, was sie über dich denkt.
    2. Diese Frage stellt das Beziehungs-Ohr.
  5. 5

    Wer ist bei einem Gespräch der Sender und wer der Empfänger?

    Lösung zeigen

    Ergebnis: Der Sender sagt etwas, der Empfänger hört zu und deutet die Nachricht.

    1. Der Sender schickt die Nachricht los, mit Worten, Tonfall und Körpersprache.
    2. Der Empfänger nimmt sie auf und entscheidet, wie er sie versteht.
  1. 6

    Am Morgen ruft deine Schwester vor der Badezimmertür: «Das Bad ist schon wieder besetzt!» Bestimme alle vier Seiten.

    Lösung zeigen

    Ergebnis: Sache: Das Bad ist besetzt. Selbstoffenbarung: Ich bin genervt und in Eile. Beziehung: Du brauchst immer zu lange. Appell: Beeil dich und mach das Bad frei.

    1. Sachinhalt: die reine Information, das Bad ist besetzt.
    2. Selbstoffenbarung: Das «schon wieder» und der Ruf zeigen, dass sie genervt ist.
    3. Beziehung: Sie wirft dir vor, das Bad zu oft zu lange zu brauchen.
    4. Appell: Komm raus, ich will auch rein.
  2. 7

    Ordne jeden Satz der Seite zu, die am deutlichsten ist: a) «Ich freue mich so auf die Ferien.» b) «Du bist echt eine gute Freundin.» c) «Kannst du mir dein Lineal leihen?» d) «Der Zug nach Bern hat zehn Minuten Verspätung.»

    Lösung zeigen

    Ergebnis: a) Selbstoffenbarung, b) Beziehung, c) Appell, d) Sachinhalt.

    1. a) Die Sprecherin zeigt ihr Gefühl: Selbstoffenbarung.
    2. b) Sie sagt, was sie von dir hält: Beziehung.
    3. c) Du sollst etwas tun: Appell. d) Eine reine Information: Sachinhalt.
  3. 8

    Deine Mutter fragt: «Hast du schon etwas gegessen?» Du antwortest genervt: «Ich bin doch kein Baby mehr!» Mit welchem Ohr hast du gehört, und was hätte das Sach-Ohr gehört?

    Lösung zeigen

    Ergebnis: Mit dem Beziehungs-Ohr. Das Sach-Ohr hätte nur die Frage gehört, ob du schon gegessen hast.

    1. Deine Antwort wehrt sich dagegen, wie die Mutter dich sieht: Das ist das Beziehungs-Ohr.
    2. Das Sach-Ohr nimmt nur die Information: Sie will wissen, ob du gegessen hast.
    3. Eine passende Antwort darauf wäre einfach «Ja» oder «Nein, noch nicht».
  4. 9

    Mach aus der Du-Botschaft «Du störst immer!» eine Ich-Botschaft.

    Lösung zeigen

    Ergebnis: Zum Beispiel: «Ich kann mich gerade nicht konzentrieren, wenn du redest. Bitte sei kurz still, bis ich fertig bin.»

    1. Streich den Vorwurf «Du störst» und das verallgemeinernde «immer».
    2. Sag, wie es dir geht: Ich kann mich nicht konzentrieren.
    3. Sag offen, was du dir wünschst: Bitte sei kurz still.
  5. 10

    Warum entstehen im Chat mehr Missverständnisse als im Gespräch? Erkläre mit dem Vier-Ohren-Modell.

    Lösung zeigen

    Ergebnis: Im Chat fehlen Tonfall, Gesichtsausdruck und Körpersprache. Darum muss der Empfänger vor allem Selbstoffenbarung und Beziehung erraten.

    1. Im Gespräch zeigen Stimme und Gesicht, wie ein Satz gemeint ist.
    2. Im Chat bleiben nur die Wörter, also vor allem der Sachinhalt.
    3. Die anderen Seiten muss der Empfänger deuten, und das geht leicht schief.
  1. 11

    Dein Trainer sagt nach dem Spiel ironisch: «Toll, wie du heute jeden Pass erreicht hast.» Du hast fast keinen Pass erreicht. Was sagt der Sachinhalt wörtlich, und was meint er auf den anderen drei Seiten?

    Lösung zeigen

    Ergebnis: Wörtlich lobt er dich. Gemeint ist: Ich bin unzufrieden (Selbstoffenbarung), ich weiss, dass du es besser kannst, oder du hast mich enttäuscht (Beziehung), streng dich mehr an (Appell).

    1. Wörtlich ist der Satz ein Lob.
    2. Die Situation passt nicht dazu: Das ist Ironie, das Gegenteil ist gemeint.
    3. Selbstoffenbarung: Er ist unzufrieden. Beziehung: Er hat mehr von dir erwartet.
    4. Appell: Streng dich im nächsten Spiel mehr an.
  2. 12

    Nach deinem Vortrag sagt dein Freund nur: «Ja, war okay.» Du hörst mit dem Beziehungs-Ohr Kritik heraus. Formuliere eine Rückfrage, die klärt, wie er es gemeint hat.

    Lösung zeigen

    Ergebnis: Zum Beispiel: «‹Okay› klingt für mich etwas kritisch. Wie hast du es gemeint?»

    1. Sag, wie die Nachricht bei dir angekommen ist, ohne Vorwurf.
    2. Frag offen nach, was er gemeint hat.
    3. So bekommst du eine Antwort auf der Sachseite statt einer Vermutung.
  3. 13

    Du willst, dass deine Zimmergenossin im Lager ihre Sachen vom Boden räumt. Schreib eine Nachricht, die den Appell nur versteckt sendet, und erkläre, warum das riskant ist.

    Lösung zeigen

    Ergebnis: Zum Beispiel: «Hier liegt ja überall etwas herum.» Riskant, weil sie vielleicht nur den Sachinhalt hört und nichts tut, oder mit dem Beziehungs-Ohr einen Vorwurf hört und sich ärgert.

    1. Ein versteckter Appell steckt in einer Feststellung, nicht in einer Bitte.
    2. Hört die Empfängerin mit dem Sach-Ohr, nimmt sie nur die Information auf.
    3. Hört sie mit dem Beziehungs-Ohr, fühlt sie sich kritisiert. Ein offener Appell wäre klarer: «Räumst du bitte deine Sachen vom Boden?»
  4. 14

    Leon hört fast alles mit dem Appell-Ohr. Was kann daraus im Alltag folgen, und was würde ihm helfen?

    Lösung zeigen

    Ergebnis: Er versucht ständig, Wünsche zu erfüllen, die gar nicht geäussert wurden, und vergisst dabei sich selbst. Helfen würde, nachzufragen, ob wirklich etwas von ihm erwartet wird.

    1. Das Appell-Ohr hört in jedem Satz eine Aufforderung.
    2. Sagt jemand «Ich habe Durst», springt Leon sofort auf, auch wenn es niemand verlangt hat.
    3. Er sollte auch die anderen Ohren nutzen und bei Unsicherheit nachfragen: «Soll ich dir etwas holen?»

Fällt es deinem Kind schwer, Gespräche zu deuten oder eine Kommunikationsanalyse zu schreiben, übt eine Lehrperson das Modell mit ihm an echten Beispielen. Deutsch-Nachhilfe für die Sek und das Gymnasium

Üben ohne Ende

Trainer: Vier-Ohren-Modell

So funktioniert der Trainer

Immer neue Fragen zum Vier-Ohren-Modell: Du klickst die richtige Antwort an. Stufe 1 übt die vier Seiten und Ohren, Stufe 2 ordnet Sätze zu, Stufe 3 beurteilt Gespräche und Missverständnisse.

Welche Seite einer Nachricht enthält die reine Information?

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Für Eltern und Lehrpersonen

Lehrplan 21

Typische Klasse
2. Sek - 1. Jahr Gymnasium
Stufe
Zyklus 3, Gymnasium
Fach
Deutsch

Das Modell kommt meist in der 2. oder 3. Sek und im ersten Jahr am Gymnasium dran, im Deutschunterricht beim Thema Kommunikation und Gespräche.

  • D.3.D.1.fNach einem Gespräch überlegen, wie es verlaufen ist und was es bei den Beteiligten ausgelöst hat, und daraus lernen, wie man das nächste Gespräch besser führt.
  • D.1.C.1.hIm Gespräch merken, welche Gefühle bei einem selbst und beim Gegenüber mitschwingen, sie ansprechen und Tonfall, Blick und Körperhaltung bewusst einsetzen.
  • D.1.C.1.gEinschätzen, wie sich andere im Gespräch verhalten und was sie damit wollen, gezielt nachfragen und passend darauf antworten.
  • D.3.C.1.iSich an Gesprächen mit Gleichaltrigen und Erwachsenen so beteiligen, dass die eigenen Beiträge zur Person und zur Situation passen.

Codes nach dem Lehrplan 21 der Deutschschweiz, Umschreibung in eigenen Worten. Wann genau das Thema drankommt, legt das Lehrmittel der Schule fest. Alle Themen nach Lehrplan 21

Gut zu wissen

Häufige Fragen

Wer hat das Vier-Ohren-Modell erfunden?

Der Hamburger Psychologe Friedemann Schulz von Thun. Er hat es 1981 im ersten Band seines Buchs «Miteinander reden» beschrieben. Darum spricht man auch vom Kommunikationsmodell nach Schulz von Thun.

In welcher Klasse lernt man das Vier-Ohren-Modell?

Meist in der 2. oder 3. Sek, oft auch im ersten Jahr am Gymnasium. Es kommt im Deutschunterricht beim Thema Kommunikation und Gespräche dran.

Was ist der Unterschied zwischen Selbstoffenbarung und Beziehung?

Die Selbstoffenbarung sagt etwas über den Sender selbst, zum Beispiel «Ich bin gestresst». Die Beziehungsseite sagt, wie der Sender den Empfänger sieht und wie die beiden zueinander stehen, zum Beispiel «Ich traue dir das zu».

Ist das 4-Ohren-Modell dasselbe wie das Kommunikationsquadrat?

Ja. Kommunikationsquadrat, Nachrichtenquadrat und Vier-Seiten-Modell meinen dasselbe Modell. «Vier Seiten» schaut vom Sender aus, «vier Ohren» vom Empfänger.

Stand 08.11.2026. Alle Erklärungen und Aufgaben hat Fokus Nachhilfe selbst geschrieben, nach dem Lehrplan 21 der Deutschschweiz. Trainer und Lösungen rechnet ein Programm, nicht eine KI. Fehler gefunden?